~~~fortsetzung des vorherigen Post~~~
Plötzlich ertönte dann eine tiefe Autoritätsgewohnte Stimme: „Ich bitte um Ruhe.“ Augenblicklich erstarben die bis dato allgegenwärtigen Hintergrundgeräusche daraufhin und Martins schaute zum Rednerpult vor ihm. Hinter diesem Pult stand ein älterer Mann in Perfekt sitzendem Anzug, Martin erkannte ihn sofort als Ricardo Correa den Parlamentspräsidenten der Vereinten Nationen welcher der Parlamentssitzungen sowohl eröffnete als auch moderierte und in diesem speziellen Fall sogar dem Präsidenten der Vereinten Nationen selbst vorgesetzt war, auch wenn er keinerlei exekutive oder legislative Macht hatte. Zufrieden fuhr Ricardo dann fort: „Hiermit eröffne ich die Heutige Parlamentarische Sondersitzung betreffs der Diskussion um den Reformvorschlag von Haupt Kapitän Martin Möllers der Raumflotte der Vereinten Nationen. Ich bitte Sie alle objektiv zu bleiben und sich an die allgemeinen Verhaltensregeln zu hallten. Dies ist ein wichtiges Thema das wir nicht übereilt angehen sollten. Sofern es keine berechtigten Einwände gibt, rufe ich zur Eröffnung dann Haupt Kapitän Möllers auf seine Sicht der Dinge zu erläutern. Gibt es Einwände dagegen?“ Zu Martins Überraschung erhob daraufhin niemand die Stimme stattdessen senkte sich eine Totenstille über den Saal die beinahe furchteinflößend wirkte. „Haupt Kapitän Möllers, bitte Treten Sie vor.“ Forderte Ricardo dann auf. Martin schluckte daraufhin einmal kurz ehe er sich etwas steif erhob und in Richtung des Rednerpultes marschierte. Dabei bemerkte er wie Igor sich ebenfalls erhob und seinen Schatten spielte.
Sobald Martin dann das Rednerpult erreicht hatte meinte Ricardo: „Ich übergebe an Haupt Kapitän Möllers.“ Ehe er zurücktrat und eine Handgeste machte die Martin symbolisierte das er in das Mikrofon sprechen sollte. Martin folgte der Anweisung auch ohne Umschweife und trat hinter das Pult ehe er den Blick einmal durch den Saal wandern lies. Alle Augen waren auf ich gerichtet. Die Mienen der Politiker reichten dabei von einem steinernen Ausdruckslosen Pokerface über eine Schläfrig gelangweilte Miene bis hin zu offenkundiger Interesse. Allerdings erkannte Martin keine offene Abneigung, was durchaus beruhigend war. Es schien so als wären Sie alle tatsächlich gewillt ihn zumindest anzuhören. Nachdem er dann einmal tief und Bewusst durchgeatmet hatte räusperte sich Martin dann und meinte mit überraschend fester Stimme: „Sehr geehrte Damen und Herren, Abgeordnete des Parlaments der Vereinten Nationen und angehörige der Regierung. Zuerst möchte ich mich für die Chance bedanken vor Ihnen allen sprechen zu dürfen. Sie alle Wissen vermutlich das ich als Kontaktoffizier für die Gesandte der Ymari bestimmt wurde. Als solcher liegt meine Primäre Aufgabe darin ein stabiles Diplomatisches Verhältnis aufzubauen und zu Unterhalten. Darum kam ich nicht umher zu bemerken das die Forderung der Ymari Gesandten nach einem Ansprechpartner der für die gesamte Menschheit sprechen kann schlichtweg logisch ist. Stellen Sie sich vor wir würden einen bis jetzt unbekannten Kontinent entdecken der von zwei rivalisierenden Staaten Kontrolliert wird. Beide Staaten sind nach unsere Auffassung legitim und streben tiefe Diplomatische Beziehungen mit uns an. Auch wir würden Sichergehen wollen das wir nicht in die internen Konflikte hineingezogen werden. Aus diesem Grund halte ich die Gründung für eine Regierungsunabhängige Institution für erforderlich die in Außenpolitischen Fragen für die Menschheit spricht und sowohl von den vereinten Nationen als auch der Dynastie unterstützt wird. Die Zeiten Ändern sich und wir müssen uns Anpassen. Schon einmal musste die Menschheit einsehen das ihr Interne Zersplitterung überholt ist, bedenken Sie das auch die Vereinten Nationen einst als Bündnis kleinerer Staaten ohne echte Regierungsgewalt über ihre Mitglieder gegründet wurde. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“
Nach seiner Ansprache atmete Martin dann ein weiteres Mal tief durch und wartete mit pochendem Herzen auf eine Reaktion. Er sah einige Abgeordnete daraufhin energisch den Kopf schütteln, andere schauten mit offenkundiger Verachtung auf ihn herab, doch andere nickte zustimmend während weitere bereits leise anfingen miteinander zu diskutieren. „Nun ja, zumindest haben sie mich nicht sofort ausgebuht, das ist ja schon mal ein Anfang…“ dachte sich Martin dann. „Danke für die Darlegung Ihrer Sichtweise Haupt Kapitän Möllers, Sie können sich wieder setzen.“ Meinte dann Ricardo der die ganze Zeit hinter ihm gestanden hatte. Martin nickte daraufhin einmal kurz ehe er sich von dem Pult abwandte um wieder seinen Platz anzusteuern. Noch während Martin dann unterwegs war übernahm Ricardo wieder die Wortführung und meinte Autoritätsgewohnt, aber völlig Neutral: „Wir sollten alle Haupt Kapitän Möllers für die Darlegung seiner Sichtweise danken.“ Daraufhin ertönte tatsächlich höflicher und verhaltener Applaus was für Martin durchaus überraschend war. „Nun da Sie alle den Grund für den Vorliegenden Vorschlag kennen, haben Sie eine viertel Stunde Zeit sich eine eigene Meinung zu bilden und Fraktionen zu bilden.“ Stellte Ricardo dann fest woraufhin ein Geschäftiges Summen ertönte als Hunderte Menschen gleichzeitig anfingen miteinander zu Reden und sich aus Ihren Stühlen erhoben um mögliche Gleichgesinnte zu finden. Die Akustik des Saals war dabei jedoch so gut das man sich trotzdem problemlos Unterhalten konnte ohne einander anbrüllen zu müssen weshalb Martin Igor fragte: „Was meinen Sie?“. „Ich verstehe Ihre Motivation und wie ich bereits sagte, die meisten anderen vermutlich auch. Und aus dem allgemein Hintergrundgeräuschen lässt sich schließen das es einige Diskussionen gibt. Das ist gut, den es bedeutet das sie nicht alle einer Meinung sind. Ich gehe davon aus das diese Thema zumindest ausführlich Diskutiert werden wird.“ Antwortete Igor umgehend. „Und Ihre Persönliche Meinung?“ fragte Martin dann neugierig. „Nicht das die irgendetwas zu sagen hätte. Aber ich glaube Sie haben Recht. Wir müssen uns was einfallen lassen.“ Antwortete Igor umgehend was Balsam für Martins Nerven war, es tat immer gut zu wissen das es Menschen gab welche den Sachverhallt wie man selbst einschätzten.
Die viertel Stunde welche der Parlamentspräsident den Parlamentariern Zeit gegen hatte um sich zu beraten und sich zu Fraktionen gleichgesinnter zusammenzuschließen war für Martin daraufhin extrem unangenehm. Er war einfach zu nervös um sich einfach in seinem Stuhl zurück zu lehnen und die Dinge kommen zu lassen. Zwar wusste er dass er sowieso nichts daran ändern konnte wie sich einzelne Abgeordnete entschieden, aber trotzdem konnte er es kaum erwarten das endlich reiner Tisch gemacht wurde. „Diese elende Warterei ist echt überall das Schlimmste, egal ob vor einer Schlacht oder vor einer wichtigen Entscheidung.“ Stellte er daher leise für sich selbst fest und beneidete Igor welcher offenkundig die Ruhe in Person war. „Ich bitte um Ruhe. Bitte formieren Sie sich zu Ihren Fraktionen auf das wir die Anhörung der Argumente beginnen können.“ Verlangte Ricardo dann gewohnt Autorität nach der sich für Martin wie eine Ewigkeit anfühlenden viertel Stunde. Sofort darauf ertönte kurze Zeit das Geräusch von Menschen die eilig durcheinander liefen. Es erstaunte Martin jedoch wie schnell und alles in allem Geordnet alles ablief. Es war offensichtlich das dieses Vorgehen von allen Beteiligten schon dutzende Male durchgeführt worden war. Nach gerade einmal zwei Minuten kehrte dann wieder erwartungsvolle Stille ein und Ricardo ergriff einmal mehr das Wort: „Ich zähle drei Fraktionen. Jede Fraktion soll nun ihren Sprecher nach vorne schicken.“ Martin beobachtete daraufhin wie drei Abgeordnete nach vorne zum Rednerpult liefen und dort warteten bis sie an der Reihe waren. „Drei Fraktionen? Ja, nein und vielleicht oder was?“ fragte sich Martin dann dem das ganze vorgehen irgendwie unnötig umständlich und langwierig vorkam. Allerdings hütete er sich eine diesbezügliche Bemerkung fallen zu lassen, egal wie leise. „Ich übergeb das Wort an Abgeordnete Tanja Wilmuth.“ Verkündete Ricardo dann und trat einen Schritt zurück um den Platz am Rednerpult frei zu machen.
Daraufhin trat eine Frau mit schwer einzuschätzendem Alter an das Rednerpult welche ihr Hellblondes Haar zu einem strengen Knoten hinter dem Kopf verknotet hatte und schaute einmal durch ihre Trapez förmige Brille durch den Saal ehe sie zu sprechen begann, ihre Stimme klang barsch, definitiv wie die Stimme von jemandem den man nicht verärgern wollte: „Sehr geehrte Kollegen, verehrte Angehörige der Regierung, die Vereinten Nationen haben schon viele schwere Prüfungen ertragen müssen und alle gemeistert. Man kann daher mit gutem Recht behaupten das bestehende System hat sich bewährt auch und gerade in Konflikten mit anderen Kräften. Nun ist es an der Zeit zu zeigen das wir auch in der Lage sind mit Bedrohungen aus den eigenen Reihen fertig zu werden. Der Antrag von Haupt Kapitän Martin Möllers muss natürlich abgelehnt werden. Jedwede Entrechtung der Legitimen Regierung muss um jeden Preis verhindert werden. Wie könnten wir als Parlament und Gewählte Regierung unsere Verpflichtung gegenüber dem Volk nachkommen wenn wir weite Teile unserer Möglichkeiten in andere Hände legen? Ich sehe in dem Reformantrag lediglich einen klugen Schachzug um das Parlament und die Regierung zu entmachten, vielleicht zu Gunsten des Militärs, vielleicht zu Gunsten einer externen Macht.“ Nach dieser Ansprache währe Martin am liebsten aufgesprungen und hätte dieser Tanja Wilmuth am liebsten sehr deutlich seine Meinung gesagt allerdings zwang er sich zur Ruhe er wusste das ein Wutausbruch in dieser Situation seinem Ansinnen und seiner Reputation im Allgemeinen nicht gerade förderlich sein würde. „Ich danke Ihnen für die Darlegung Ihrer Sichtweise und die Ihrer gleichgesinnten.“ Meinte Ricardo völlig neutral aber nicht minder Autoritär, man musste ihm lassen das er es schaffte dominant zu wirken ohne sich jemals im Ton zu vergreifen.
Nach Ricardos Worten ertönte dann ein kurzer Applaus der vor allem aus dem Bereich des Saals am lautesten war aus dem die Sprecherin herausgetreten war. Der Rest der Parlamentarier klatschte zwar ebenfalls, allerdings deutlich verhaltener und wohl mehr oder weniger nur aus Höflichkeit. Nachdem der Applaus dann nach etwa einer Minute abgeklungen war ergriff Ricardo wieder das Wort und meinte, noch immer völlig neutral: „Ich bitte nun den Abgeordneten Herrn Federico Pagano das Wort zu ergreifen.“ Daraufhin trat Ricardo erneut zurück und räumte den Platz vor dem Sprechpult damit erneut. Sein Platz wurde jedoch umgehend von einem gemütlich wirkenden älteren Herrn eingenommen der sich offenkundig weniger um sein äußeres scherte und ganz leger auf eine Krawatte verzichtet hatte. Kaum an dem Pult angekommen stützte sich Federico dann schwer auf das Pult ehe er begann zu sprechen: „Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, angehörige der Regierung und Gäste des Parlaments, ich vertrete im Gegensatz zu Frau Wilmuth die Auffassung das wir keinen größeren Fehler machen könnten als den Vorliegenden Reformvorschlag einfach abzuschmettern. Wie Ihnen allen mit Sicherheit Bewusst ist sind wir im Moment nicht in einer Position der Stärke aus der wir anderen Mächten den Umgang Diktieren können, eher im Gegenteil. Ob es uns Gefällt oder nicht wir sind Abhängig von einer extrasolaren Macht deren Fähigkeiten unsere Vorstellungskraft sprengen. Wir haben bereits erfahren dass wir, zumindest im Moment, ohne eine Schutzmacht binnen eines halben Jahres durch Kriegslüsterne Alienhorden erobert sein würden. Schon alleine aus Selbsterhaltungsgründen ist es daher erforderlich einen Diplomatischen Schulterschluss mit einer Macht zu suchen die in der Lage und willens ist uns zu schützen, die Ymari sind beides. Es ist dabei nicht verwunderlich das die Ymari Ihre Hilfe nicht kostenlos anbieten, natürlich erwarten Sie ein entgegenkommen, wie auch wir es in Ihrer Situation wohl erwarten würden. Ich stimme Haupt Kapitän Möllers Vorschlag daher unter Vorbehalt zu. Wir brauchen eine neue Außenpolitische Stelle die für den ganzen Planeten Erde sprechen kann. Entgegen des Ursprünglichen Vorschlages würde ich jedoch zur Debatte stellen diese, wie auch immer geartete Institution, unter die Aufsicht der nationalen Regierungen zu stellen um Sicherzustellen das die Interessen Der Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden.“
„Nun ja, zumindest sieht er ein das sich was tun muss.“ Dachte sich Martin dann, auch wenn er der Meinung war das es schlichtweg nicht machbar war eine derartige Aufsicht zu Installieren ohne die neu gegründete Institution praktisch Handlungsunfähig zu machen. Während daraufhin dann erneut der Applaus ertönte trat erneut Ricardo an das Sprachpult und meinte fest und autoritär wie gewohnt: „Ich bedanke mich bei Ihnen für die Darlegung der von Ihrer Fraktion vertreten Sichtweise, nun rufe ich zum Abschluss Frau Monique Dumont auf.“ Nach dieser Ansage trat eine junge Frau mit Sommersprossen und Knallroten Haaren an das Rednerpult. Martin vermutete dabei das die Haare gefärbt waren, der Rotton war einfach zu Investiv um Natürlich zu sein. „Liebe Kolleginnen, Kollegen, angehörige der Regierung und Gäste. Ich habe den Worten von Herrn Pagano nicht viel hinzu zu fügen außer etwas Entscheidendes: Wenn wir eine neue Institution Gründen die sowohl dem Parlament der Vereinten Nationen als auch dem Kaiser Dynastie Rechnung schuldig ist, verändern wir an der Grundsituation überhaupt nichts. Noch immer würde der Außenpolitische Kurs von den, stellenweise gegenläufigen, Interessen zweier Staaten gelenkt werden. Ich denke die Geschichte hat bereits mehr als einmal deutlich gezeigt das derartige Systeme von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind und ein Scheitern können wir uns im Angesichts der Situation in der wir uns Wiederfinden, nicht leisten. Wir sind es unseren Wählerinnen und Wählern sowie allen Menschen auf diesem Planeten schuldig eine Zukunftsfähige Lösung zu finden, auch wenn diese Lösung eventuell mit der Entwertung unserer eigenen Position einher geht. Vergessen Sie alle nicht das wir uns als Diener des Volkes verstehen, nicht als Herrscher. Unserer Entscheidung sollte daher auf das größtmögliche Wohl aller und nicht auf das Wohl dieser Regierung abgestimmt sein. Ich schlage daher die Gründung eines völlig neuen Politischen Systems im Föderalen Stil vor. Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Asiatische Dynastie könnten in einem solchen System die Innenpolitische und Kulturelle Hoheit über Ihre Territorien wahren und währen nur Verpflichtet nach außen hin zusammen zu Arbeiten.“
Nachdem Monique dann geendet hatte ertönten umgehend laute Diskussionen und mehrere Abgeordnete riefen wild durcheinander, jedenfalls bis Ricardo Einschritt: „Ruhe und Ordnung meine Damen und Herren!“ Umgehend nach dieser Aufforderung kehrte auch tatsächlich ruhe ein, für Martin war es immer wieder beindruckend wie Diszipliniert alle anwesenden trotz allem waren. „Um allen anwesenden die Möglichkeit zu geben das Gehörte zu durchdenken und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen unterbreche ich die Sitzung hiermit für eine halbe Stunde.“ Meinte Ricardo dann worauf die Geräuschkulisse sofort wieder aufdrehte, auch wenn es sich dieses mal primär um die Geräusche handelte die Entstanden wenn sich hunderte Menschen gleichzeitig erhoben.
~~~Ende Kapitel 58~~~
mfg.: Tg