Kapitel 84: Wind der Veränderung
Martin lief den, sich offenbar ziemlich unwohl in ihrer Haut fühlenden, Sicherheitsmitarbeitern hinter her die ihn sowie Arlana, Echahri und Vikan durch den Regierungskomplex führten. Dabei achteten die Uniformierten stets peinlich genau darauf einen Respektvollen Sicherheitsabstand einzuhalten und waren offensichtlich alles andere als Glücklich darüber ausgerechnet mit dieser Aufgabe betraut worden zu sein. Schon nach kurzem Fußmarsch trat Martin samt Begleitung und ihrer Eskorte in ein erstaunlich schlicht gehaltenes Ovales Zimmer das mit mehreren Sitzbänken und einem Wasserspender sowie einem großen Schreibtisch ausgerüstet war. Hinter eben jenem Schreibtisch saß eine alte Frau, Martins schätzte sie auf über sechzig Jahre und schaute nur einmal kurz auf als sie die ganzen Schrittgeräusche Hörte. „Präsident Makowsky wartet bereits.“ Meinte sie dann und deutete auf eine einfache Doppelflügelige Türe aus einem dunklen stark gemaserten Holz. Der Führende Sicherheitsmann, welche offenkundig eine Ausbildung bei der UNA hinter sich hatte, das erkannte Martin schon an der wart und weise wie er sich bewegte und seine Waffe hielt, nickte daraufhin und meinte etwas wortkarg: „Gut.“ Anschließend steuerte er die Tür an und drückte die Messingfarbenen Klinke herunter worauf Martin das typische Klicken eines Altmodischen Schlosses vernahm ehe die Tür sich öffnete. Hinter der Tür offenbarte sich ein reichlich unscheinbarer Raum der erneut von einem Schreibtisch beherrscht wurde. Hinter dem Schreibtisch und vor ein paar Blühenden Büschen in Bunten Übertöpfen saß auf einem simplen Bürostuhl Präsident Makowsky. „Herr Präsident, Haupt Kapitän Martin Möllers und die Abgesandten es vereinten Reiches von Aphyn.“ Stellte der Führende Sicherheitsmann sie dann alle vor. Der Präsident erhob sich daraufhin etwas steif aus einem Stuhl und grüßte demütig: „Es ist mir eine unbeschreibliche Ehre erneut Abgesandte des Vereinten Reiches von Aphyn willkommen heißen zu dürfen.“ Bei dieser Ansprache fielen Martin die dunklen Schatten unter den Augen des Präsidenten auf, insgesamt wirkte er einfach nur noch müde, offenbar hatte er eine Menge Arbeit gehabt oder war anderweitig um seinen Schlaf gebracht worden. „Auch wir grüßen dich Präsident Viktor Makowsky von den vereinten Nationen des Planeten Erde.“ Meinten Aralna und ihre Eltern dann beinah im Chor. Die Sinfonie Ihrer Stimmen lies Martin dabei beinahe die Nackenhaare zu Berge stehen, ihre Koordination war schlichtweg beeindruckend.
Auch der Präsident schien erst einmal überfahren zu sein da er kurz benötigte um den Faden wieder auf zu nehmen und meinte dann: „Offenbar liefern Sie immer Haupt Kapitän Möllers. Darf ich davon ausgehen das die Anwesenheit mehrerer Abgesandter mit einer Änderung unseres Verhältnisses zum Vereinten Reich von Aphyn begründet ist?“, „Nicht direkt Sir. An dem Grundlegenden Diplomatischen Verhältnis hat sich nichts geändert.“ Antwortete Martin. „Jedenfalls noch nicht.“ Fügte Arlana dann an. Präsident Makowsky zog daraufhin Neugierig eine Augenbraue hoch und fragte: „Steht eine Änderung des Diplomatischen Verhältnisses den in Aussicht Ga’quera?“, „Selbstverständlich. Wie ich bereits bei anderen Gelegenheiten erwähnte, steht das Vereinte Reich von Aphyn bereit eine Offizielle Allianz mit der Menschheit einzugehen, vorausgesetzt die Menschen schaffen es ihre Kleinlichen internen Streitereien zu begraben.“ Antwortete Arlana. Der Präsident nickte daraufhin und meinte: „Es wird Sie in diesem Fall zweifelsohne Freuen zu erfahren das die ersten Schritte bereist unternommen sind. Nachdem Sie diese Regierung und diese Nation vor dem Selbstverursachten Untergang bewahrt haben ist es mir Gelungen eine Parlmentarische Mehrheit hinter der Idee einer übergeordneten Regierung zu versammeln. In diesem Moment läuft eine umfassende Abstimmung der Bevölkerung zu diesem Thema.“, „Also hat Carvalho nicht übertrieben.“ Stellte Martin nach dieser Aussage für sich selbst fest, immerhin hatte sein Vorgesetzter etwas ganz ähnliches erzählt. „Das ist in der Tat eine erfreuliche Begebenheit Präsident Viktor Makowsky.“ Stellte Arlana dann fest und schenkte dem Präsidenten dabei ein Lächeln. „Es freut mich das Sie das ebenso sehen Ga’quera.“ Meinte der Präsident dann und hörte sich dabei ehrlich erleichtert an. Anschließend wanderte sein Blick zu Echahri und Vikan die beide stumm und geduldig abgewartet hatten bis sie an der Reihe waren. „Würden Sie mich bitte mit den beiden anderen Abgesandten bekannt machen Haupt Kapitän Möllers?“ verlangte der Präsident dann an Martin gewandt. „Jawohl Sir. Darf Ich Ihnen Cyphra Echahri und Achila Vikan vorstellen. Sie sind im Namen des Vereinten Reiches von Aphyn hier um uns auf Indirekte weiße bei unserem Technologischen Fortschritt zu helfen und den guten Willen ihrer Regierung zu bestätigen.“ Antwortete Martin umgehend.
Die Augen des Präsidenten weiteten sich daraufhin kurz vor Überraschung ehe er seine Gesichtsmimik wieder im Griff hatte. „Das ist ausgesprochen großzügig!“ stellte der Präsident dann fest und hatte wohl noch immer seine Liebe not damit Herr seiner Aussprache zu bleiben. „Es scheint das Ihr Volk eine derartige Hilfe benötigen kann und zu schätzen weiß, es wird uns daher eine Ausgesprochen Freude sein die Menschheit bei Ihrem weiteren Weg zu Unterstützen und anzuleiten.“ Meinte Echahri dann. Der Präsident schaute daraufhin erneut Martin an und meinte: „Haupt Kapitän Möllers, ich erteile Ihnen hiermit den Offiziellen Befehl dafür zu sorgen das es den Abgesandten an nichts mangelt das sie zur Ausführung ihrer Mission benötigen.“, „Jawohl Sir, allerdings muss ich in diesem Zusammenhang darauf verweisen das meine Autorisierungsstufe dafür eventuell unzureichend sein könnte.“ Erwiderte Martin umgehend immerhin hatte er keine Freigabe auf eigene Faust Ressourcen akquirieren. „Das soll kein Problem sein. Ich sorge dafür das Sie eine Beschränkte Generalvollmacht über Regierungsressourcen erhalten solange Sie für unsere Gäste verantwortlich sind.“ Antwortete Präsident Makowsky umgehend was für Martin mehr als nur etwas Überraschend war, nie hätte er Gedacht das Ausgerechnet er eine Vollmacht erteilt bekommen würde, soweit er wusste verfügte nicht einmal sein direkter Vorgesetzter, Admiral Carvalho, über eine. „In diesem Fall werde ich dafür sorgte tragen das unsere Gäste alles erhalten was Sie benötigen Sir.“ Meinte Martin dann. „Sehr gut Haupt Kapitän.“ Meinte der Präsident dann ehe er sich wieder an Echari und Vikan wandte: „Im Namen der Vereinten Nationen, spreche ich Ihnen hiermit den kollektiven Dank der Menschlichen Spezies aus.“, „Es gibt nichts zu danken. Noch nicht Präsident Viktor Makowsky, wir tun leidglich was in dieser Situation erforderlich ist.“ Antwortete Vikan. Der Präsident warf dem Ymar daraufhin einen abschätzenden Blick zu und wägte vermutlich für sich selbst ab ob er es Riskieren sollte weiter nachzufragen.
Weniger überraschend entschied er sich jedoch offensichtlich dagegen und meinte Lediglich: „Ich verstehe, denke ich. Hat Ihre Regierung diese Hilfsmaßnahmen an weitergehende Bedingungen geknüpft?“, „Nein, die Hilfe der Ymari war und wird immer Kostenlos sein.“ Antwortete Echahri umgehend. Präsident Makowsky schaute daraufhin hilfesuchend zu Martin. Genau wie eben jener war auch der Präsident der vereinten Nationen daran gewohnt das jeder eine Gegenleistung für das erwartete was er oder sie getan hatte, sei sie auch noch so gering. „Die Ymari vertreten eine differenzierte Werteanschauung Sir. Sie erwarten tatsächlich keine Form der Gegenleistung und seien es auch nur Gefallen für etwas das sie Freiwillig tun.“ Erklärte Martin dann, der eben diese Lehre auch erst in der Praxis hatte lernen müssen. „In diesem Fall hat die Menschheit unbeschreibliches Glück auf die wohl Wohlwollendste und Großzügigste Spezies in der ganzen Galaxis zu treffen.“ Stellte der Präsident dann fest. „Du schmeichelst uns Präsident Viktor Makowsky.“ Stellte Vikan daraufhin fest. „Ich stelle lediglich Tatsachen fest Achila Vikan. Die Ymari haben bereits jetzt schon so viel für uns Menschen getan, es erscheint mir daher mehr als etwas angebracht meinen Dank Stellvertretend für den meiner ganzen Spezies deutlich zu machen.“ Erwiderte der Präsident lässig. Martin bemerkte dabei das der Präsident sehr darauf bemüht schien Dankbar und bescheiden zu wirken, woran man wohl umgehend eine Person erkannte die nicht neu im Diplomatischen Geschäft war, er wusste das er seine Gegenüber auch auf einer Persönlichen ebene dazu bringen musste ihn zu mögen. „Wie bin ich da nur hineingeraten?“ fragte sich Martin dann ein weiteres Mal selbst, immerhin waren seine eigenen Diplomatischen Fähigkeiten bestenfalls als bescheiden zu betrachten auch wenn er überraschender weise einige Erfolge für sich verbuchen konnte. Allerdings war sich Martin durchaus Bewusst das die meisten seiner Diplomatischen Erfolge wohl nicht in seinem Talent oder können begründet lagen, sondern darin das er das Glück gehabt hatte mit einer Spezies zu Interagieren die schon von sich selbst aus an tieferen Freundschaftlichen Beziehungen mit den Menschen interessiert war. Dazu kam der Hilfreiche Umstand das Arlana ihn wohl schon von Beginn an gern gehabt hatte und ihm daher mehrere Türen geöffnet hatte die Martin ansonsten verwehrt geblieben wären.
Plötzlich atmete der Präsident dann sehr Bewusst ein und warf den Ymari einen kurzen, aber berechnenden Blick zu ehe er vorsichtig fragte: „Ich hätte eine Bitte an Sie alle. Es gibt Gewisse Elemente in unserer Gesellschaft die sich unwohl bei dem Gedanken fühlen dass sich Intelligente nicht Menschliche Spezies frei in unserem Territorium Bewegen können. Ich bitte Sie daher diese Armbänder zu tragen.“ Arlana griff sich eines der Armbänder daraufhin und unterzog es einer kurzen Musterung, Martin erkannte sofort worum es sich handelte: Es waren Ortungsbänder ähnlich denen die genutzt wurden um Inhaftierte auf Freigang zu überwachen. „Es handelt sich um Ortungsgeräte mit einer Kommunikationsfunktion. Solange Sie diese Bänder tragen werden wir in der Lage sein Ihren Standort zu Bestimmen und Sie zu Kontaktieren.“ Erklärte der Präsident dann. „Sir, halten Sie das für Angebracht, es handelt sich immerhin um Diplomatische Gäste, soweit ich weiß ist eine derartige Überwachung nur mit einem Begründeten Verdachtsmoment zulässig.“ Erwiderte Martin dann entschieden, es gefiel ihm nicht wie viel Misstrauen den Ymari entgegengebracht wurde, vor allem vor dem Hintergrund das sie nun wohl Teil seiner Familie waren. „Das ist wahr Haupt Kapitän und glauben Sie mir, es gefällt mir ebenso wenig wie Ihnen das ich um diesen gefallen bitten muss. Aber wir müssen einige Schichten der Gesellschaft beruhigen, ansonsten Riskieren wir einen weiteren Bürgerkrieg.“ Erklärte Präsident Makowsky. „Zurückgebliebene Idioten.“ Dachte sich Martin daraufhin genervt, es war doch ernüchternd wie undankbar Menschen sein konnten. „Bei allem Respekt Sir, würde es sich bei den Gesandten des Vereinten Reiches von Aphyn um Menschliche Diplomaten handeln wäre eine derartige Aktion ein Skandal.“ Stellte er daher fest. Die Ymari hatten ihm ebenfalls vertraut, er war daher der Meinung das es nun an ihm war ihnen zu vertrauen und ihnen zur Seite zu stehen. „Ich weiß. Aber ich habe nur einen Begrenzten Spielraum. Das Parlament hat verfügt das jegliche Aktion von Extraterrestrischen Intelligenzen auf der Erde genau überwacht wird.“ Erklärte Präsident Makowsky umgehend, Martin glaubte ihm dabei zwar dass das alles nicht seine Idee gewesen war, aber dennoch machte es sich der Präsident nach Martins Einschätzung zu einfach. „Es ist in Ordnung Martin. Wir haben nichts zu verbergen.“ Meinte Arlana dann sind legte sich das Armband an umgehend leuchtetet eine kleine grüne Kontrolllampen darauf auf und zeigte damit wohl das der Ortungssender aktiv war. „Nein das ist es nicht. Es widerspricht nicht nur geltendem Recht unbedarfte Personen ohne Gerichtsbeschluss und begründeten Verdacht rund um die Uhr überwachen zu lassen, es verstößt auch gegen sämtliche Diplomatischen Konventionen Botschafter zu überwachen.“ Erwiderter Martin bestimmt. Präsident Makowsky schaute daraufhin überrascht zu Martin, er hatte offenbar nicht damit gerechnet dass sich Martin derart bestimmt gegen dieses Vorgehen stemmen würde.
„Haupt Kapitän Möllers, ich Verstehe ihre Intentionen. Allerdings kann ich mich genauso wenig wie Sie über einen Parlamentarischen Beschluss hinwegsetzen.“ Stellte der Präsident dann fest. „Sir, ich bezweifele das dieser Beschluss vor einem unabhängigen Gericht bestand hätte. Es handelt sich zweifelsohne um Populismus erster Güte. Wir Menschen haben die Ymari so viel zu verdanken und vergelten es ihnen so? Wir können von Glück reden das die Gesandten des Vereinten Reiches von Aphyn deutlich toleranter und besonnener sind als alle Menschlichen Botschafter, ansonsten hätten wir unsere Beziehungen alleine mit diesem Vorschlag wohl Nachhaltig beschädigt.“ Konterte Martin entschlossen, auch wenn er keine Möglichkeit hatte den Präsidenten dazu zu zwingen seine Meinung zu ändern und schlussendlich den Befehl seines Ranghöchsten Vorgesetzten Akzeptieren musste ob es ihm gefiel oder nicht, hieß das nicht das er Kampflos aufgab. „Sie sind Sehr bestimmt Haupt Kapitän.“ Stellte Präsident Makowsky dann fest. „Natürlich Sir, immerhin habe ich einen Gültigen Befehl für das Wohlergehen der Gesandten zu Sorgen“ antwortete Martin und verschwieg dabei gekonnt den deutlich Persönlicheren und Privateren Grund warum er sich so vehement gegen die Überwachung seiner neuen Familienangehörigen einsetzte. „Arlana hat recht Martin, es ist nicht so schlimm. Junge Spezies tendieren dazu Angst vor dem unbekannten zu haben und Angst führt zu Hass. Wir wollen weder gefürchtet noch gehasst werden. Sofern diese Ortungssender die Menschen Beruhigen und ihnen ihre Furcht nehmen, werde wir sie für die Dauer unseres Aufenthaltes tragen.“ Meinte dann Vikan während ein weitere der Bänder unter dem überraschten Blick des Präsidenten von seinem Schreibtisch in die Ausgestreckte Hand Vikans schwebte. „Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.“ Meinte Präsident Makowsky dann wobei Martin einen feinen Schweißfilm auf seiner Stirn bemerkte, dem Präsidenten war offensichtlich sehr wohl klar wie heikel seine Anfrage war. „Trotzdem ist es unangebracht.“ Beharrt Martin. „Das Vielleicht, aber es scheint notwendig. Die Menschen werden lernen müssen uns zu Vertrauen.“ Erwiderte Echari während sie es ihrem Mann gleichtat und das letzte Band mittels ihrer Telekinetischen Fähigkeiten in ihre Hand beförderte.
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