~~~fortsetzung des vorherigen Post~~~
Nur wenige Minuten später hatte sich ein Erkundungstrupp, bestehend aus den üblichen Verdächtigen um Nathalie und Dennis in voller Montur im Enterbereitschaftsraum versammelt. „Prüfen Sie alle nochmal den Status Ihrer Lebenserhaltungssysteme, mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Umgebungsatmosphäre an Bord der Europa kein Menschliches Leben zulassen.“ Meinte Dennis dann während ein sachter Ruck durch das Schiff ging während Solaria vorsichtig an der Luftschleuse andockte. Nathalie tat es daraufhin allen anderen gleich und startete das Selbstdiagnose Programm ihres gepanzerten Raumanzuges, immerhin hatte sie keine Lust zu ersticken, zu erfrieren oder sonst wie einen unangenehmen Tot durch ungünstige Atmosphärenbedingungen zu finden. Erfreulicherweise hatte das Diagnose Programm daraufhin nichts zu beanstanden und Nathalie wartete zufrieden darauf das Solaria die Andockprozedur abgeschlossen hatte. Schließlich wechselte die Beleuchtung in der Kammer zu dem wohl bekannten Rot Ton und die Warnlichter an den Rändern der im Boden eingelassenen Luke flammten auf. „Andockvorgang abgeschlossen, bereit für Öffnung von Enterport.“ Meldete Solarias Stimme dann sowohl aus den Lautsprechern im Helm des Anzugs als auch außerhalb des Anzuges im Raum selbst. „Alle bereit?“ fragte Dennis dann und lies einen kurzen prüfenden Blick über die versammelten gleiten. Bestätigendes Gebrumme und gegrunze war daraufhin zu hören weshalb Dennis meinte: „Öffnen.“
Sofort darauf öffnete sich die Luke des Enterports und gab den Blick auf die darunter liegende Luftschleuse frei. Beeindruckt stellte Nathalie dabei fest das Solaria eine echte Punktlandung hingelegt hatte, der Enterport saß so perfekt auf das es den Anschein hatte durch einen gewöhnlichen Andocktunnel zu blicken, wenn man dabei bedachte das Solaria selbst ein Tausende Tonnen Schweres Raumschiff war, eine durchaus beachtliche Leistung. Dann nickte Dennis Nathalie zu welche sich neben dem Enterport hin kniete und ihr Multifunktionsgerät mit der Luftschleusenkonsole verband. Zunächst passierte daraufhin gar nichts, die Schleuse hatte schlichtweg keinerlei Energie, erst als Nathalie etwas Energie durch die Verbindung transferierte reagierten die Schleusenprotokolle. Wie schon bei Samara öffnete sich die Schleuse daraufhin umgehend freiwillig. „Stockfinster da drinnen.“ Stellte einer der Kämpfer dann fest während er in die Schleuse linste. Ein weiterer Kämpfer hatte unterdessen ein Stromtransferkabel herbeigeschafft mit dessen Hilfe es Solaria möglich war Energie in die Systeme der Europa zu leiten. Schnell war das Kabel daraufhin angeschlossen und der Trupp schwebte, aufgrund der an Bord der Europa herrschenden Schwerelosigkeit, mühelos durch die äußere Schleusentür in die Schleusenkammer. Als sie im inneren angelangt war, aktivieret Nathalie dann wie alle anderen ihre Gravitationsstiefel um sicher auf dem Boden zu stehen und wartete bis alle in der Kammer waren.
Nur wenige Sekunden später öffnete sich das innere Schleusenschott und gab damit den Weg in die gähnende Finsternis frei die im inneren des Monumentalen Kriegsschiffes herrschte. Ohne eine Aufforderung dafür zu brauchen, aktivierten die Kämpfer daraufhin die Lampen an ihren Waffen und leuchteten die Korridor, zumindest einige Meter weit, aus. „Ok, es gibt hier keine Luft.“ Stellte Nathalie dann nach einen kurzen Blick auf ihren Handcomputer fest. „Doch, die ist bloß gefroren, weil es zu kalt ist.“ Antwortete Dennis und lenkte Nathalies Aufmerksamkeit mit einem Fingerzeig auf die wie vereist wirkenden Korridorwände sowie die feinen Schwebepartikel überall. „Brr.“ Dachte sich Nathalie daraufhin und schüttelte sich einmal, wenn sogar Gase gefroren musste es wirklich verdammt Kalt sein. „Gut, gehen wir weiter.“ Meinte Dennis dann worauf sich der Trupp vorsichtig in Bewegung setzte. Der Korridor wirkte dabei ziemlich mitgenommen, obwohl die glitzernde Schicht aus Sauerstoff-Stickstoffeis die Details verwischte konnte man doch deutlich die Spuren von Überlastungsbränden, kleinen Explosionen oder ähnlichem erkennen. „Dieses Schiff war definitiv in einem heftigen Gefecht.“ Stellte Dennis dann fest während er den Lichtschein seiner Waffe über die Wände gleiten ließ.
„Hoffentlich sind die Schäden nicht zu schwer.“ Stellte Nathalie dann fest. „Das ist unwahrscheinlich, bei unsere Annäherung haben wir keine Hüllenbrüche entdeckt die groß genug gewesen wären um dieses Schiff lahmzulegen.“ Antwortete Dennis. „Warum ist es dann noch hier? Ich meine wenn es nicht zu schwer beschädigt ist, warum hat seine Besatzung es dann aufgegeben?“ fragte Nathalie daraufhin. „Man muss nicht immer gleich das ganze Raumschiff zerstören um die Besatzung dazu zu zwingen es aufzugeben. Vermutlich wurde der Translichtantrieb oder etwas in der Richtung kritisch getroffen, so dass die Europa hier fest saß. Aufgrund es tobenden Krieges hatte die TTF dann vermutlich keine Bergungskapazitäten frei, so dass sie das Schiff evakuiert haben, in der Hoffnung irgendwann zurückzukommen um es wieder einzusammeln.“ Antwortete Dennis während sie weiter durch die endlos anmutenden Korridore marschierten. Die ganze Zeit über tat sich dabei überhaupt nichts, das Schiff blieb völlig Leblos.
Nach über einer Stunde des endlosen Suchens und mehrerer Erkundigungen von General Stulz hatten sie dann Glücklich den Zentralen Reaktorkontrollraum erreicht. Immerhin war das Vordinglichste Problem der Energiemangel an Bord. Allerdings versperrte eine gepanzerte Tür den Weg in das Innere des Kontrollraumes. „Versucht sie aufzustemmen, aber passt auf das ihr eure Anzüge dabei nicht beschädigt.“ Meinte Dennis dann. „Glaubst du dass das funktioniert?“ fragte Nathalie umgehend skeptisch, in einer Wette über einen Wettkampf zwischen der Tür und den Kämpfern hätte sie alles auf die Tür gesetzt. „Wenn sie nicht verriegelt worden ist bevor die Energie aus gegangen ist, wird es funktionieren. Wenn sie aber verriegelt wurde, dann haben wir ein Problem.“ Antwortete Dennis während das angestrengte schnaufen und ächzen der Männer die Kommunikationsverbindung beherrschte.
Tatsächlich tat sich nach kurzer Zeit jedoch etwas und die Türflügel Liesen sich, zu Nathalies erstaunen, etwas wiederwillig zur Seite schieben wobei feine Eisplättchen von der Metalloberfläche abplatzten und daraufhin langsam durch den Korridor schwebten.
Nach etwa zwei Minuten hatten es die Kämpfer geschafft die Türflügel soweit aufzustemmen das man bequem hindurch gehen konnte. „Gute Arbeit Jungs.“ Meinte Nathalie daraufhin und zwinkerte den etwas außer Puste geratenen Soldaten zu. Diese erwiderten lediglich ein brummen, gepaart mit heftigen Atemgeräuschen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging der Trupp dann weiter und betrat den Raum hinter der massiven Panzertür, auf den ersten Blick war dabei klar das es sich um einen Kontrollraum handelte, die unzähligen Überwachungsschirme und Kontrollpulte die überall aufgebaut waren liesen garkeinen anderen Schluss zu. Zielsicher schritt Dennis dann auf eine Konsole direkt der Zugangstür gegenüber zu die unterhalb eines großen Sichtfenster angebracht war. Hinter dem Fenster erkannte Nathalie die typischen formen eines Terranischen Kaltfusionsreaktors, oder eigentlich vier davon. Jeder der vier Reaktorblöcke war dabei über zehn Stockwerke hoch und größer als so manche Kurzstreckenfähre. Während Nathalie daraufhin noch die imposante Technik bestaunte hieb Dennis frustriert mit der Faust auf das Kontrollpult, wobei eigne Eisplitter abbrachen und fluchte: „Verflixt, komplett tot.“, „Geht gar nichts?“ fragte Nathalie umgehend. „Nein, gar nichts. Das Schiff ist komplett Energielos.“ Antwortete Dennis. „Das heißt wir können nicht mal überprüfen ob noch genug Treibstoff für eine Reaktorzündung da ist?“ fragte Nathalie dann. „Nein, können wir nicht. Wir müssen die Reaktorkontrolle extern mit Energie versorgen.“ Antwortete Dennis.
„Na zum Glück haben wir dafür vorgesorgt.“ Stellte Nathalie fest, immerhin hatten sie Kofferförmige Hochspannungsenergiezellen mitgebracht. „Hoffen wir das die reichen.“ Erwiderte Dennis, immerhin waren die Energiezellen nicht dafür konzipiert eines der Primärsystem eines so großen Raumschiffes zu versorgen. „Ein bisschen mehr Optimismus wenn ich bitten darf.“ Meinte Nathalie daraufhin scherzhaft was Dennis tatsächliche ein Grinsen entlockte, normaler weiße war es sein Part sie zu einer etwas positiveren Sichtweiße zu motivieren. Das anschließen der Energiezellen verlief daraufhin, von einem kleinen Vereißungsproblem der Schnittselle das mithilfe eines Plasmatrennschneiders geflößt wurde einmal abgesehen keinerlei Probleme. „Ein hoch der Flottenweiten Standardisierung.“ Stellte Dennis daraufhin fest ehe er die Energiezellen aktivierte und so einstellte dass sie die gespeicherte Energie abgaben. Sofort darauf kam leben in das Schaltpult und die darüber befindlichem Kontrollmonitore und ein regelrechter Dominoeffekt setzte ein, überall in dem Raum erwachten plötzlich Staus anzeigen zum Leben, blinkten ohne Vorwarnung Warnleuchten auf und begannen Kontrollschirme zu flimmern. „Die gute Nachricht: Die Technik springt wenigstens an.“ Stellte Dennis umgehend fest während er mit einem Auge die Ladestandsanzeige der Energiezellen überprüfte.
Wie für Terranische Systeme üblich brauchten die Kontrollsystem nicht lange um hochzufahren, allerdings stellten sie sich sofort bockig als sie registrierten das das restliche Schiff inaktiv war. „Dämliche Sicherheitsprotokolle.“ Fluchte Dennis daraufhin während er versuchte eine Notfallüberbrückung zu aktivieren um Zugriff auf die Reaktorverwaltung zu erlangen. Nathalie zog bei diesem Anblick amüsiert eine Augenbraue hoch, was dank des Helmes den sie trug niemand mit bekam. Dann meldete sich plötzlich Solaria zu Wort: „Sie verschwenden Ihre Zeit, die Primäre Reaktorverwaltung ist gesperrt solange der Hauptcomputer inaktiv ist. Versuchen Sie stattdessen die Pilotreaktoren Initial zu zünden.“ Dennis hielt daraufhin kurz inne ehe er meinte: „Und du glaubst das funktioniert?“, „Die Pilotreaktoren verfügen über eine Notfallentriegelung um sie im Falle eines totalen Energieverlustes aktivieren und das Schiff retten zu können.“ Antwortete Solaria sofort. „Das klingt vielversprechend.“ Stellte Dennis umgehend fest und lies seine Finger erneut über die Bedienelemente fliegen wobei er offensichtlich von Solaria mit Fachwissen unterstützt wurde. Mittlerweile hatte Nathalie nämlich herausgefunden das Dennis zwar über einen Bemerkenswerten Wissensschatz verfügte, seine Kenntnisse aber durchaus ihre Grenzen hatten und die korrekte Bedienung einer Reaktorkontrollkonsole war wohl eine dieser Grenzen. Ein Umstand en Nathalie ihm nicht zum Vorwurf machen konnte, sie selbst hatte auch bereits versucht sich in diesem Fachgebiet Wissen anzueignen und war dabei krachend gescheitert.
Plötzlich ertönte dann ein dezentes Piepsen das irgendwie etwas warnendes an sich hatte. Sofort lies Nathalie ihren Blick daraufhin rasch durch den Raum gleiten und entdeckte den Übeltäter schnell, es war die Ladestandsanzeige der Energiezellen, es war bereits fünfundzwanzig Prozent der Ladung verbraucht. „Ähm Dennis...“ meinte sie daher vorsichtig. „Ich weiß, aber ich habe nicht gerade viel Erfahrung in sowas es dauert daher seine Zeit.“ Antwortete Dennis mit einen gehetzten Unterton. Nur kurz darauf konnte Dennis jedoch einen Erfolg für sich vermelden und meinte triumphierend: „Ich glaube ich habs. Danke Solaria.“, „Dann sollten wir uns besser beeilen oder?“ fragte Nathalie daraufhin. „Ja, bevor diesen Energiezellen der Saft ausgeht.“ Stimmte Dennis zu ehe er meinte: „Achtung und Zündung!“ Zur allgemeinem Verunsicherung passierte daraufhin zunächst gar nichts. Selbst Dennis warf noch einmal einen skeptischen Blick auf das Kontrollpult. Dann piepsten die Energiezellen jedoch panisch auf und das gespeicherte Energielevel viel geradezu schlagartig ab, als hätte jemand einen Abfluss geöffnet. Gerade als Nathalie daher dachte das irgendetwas gehörig schief gelaufen war und sie alle bald wieder im dunkeln stehen würden erwachten Teile der Maschinerie vor dem großen Sichtfenster zu Leben, zwar bleiben die großen Hauptreaktorblöcke tot, doch die deutlich kleineren Pilotreaktoren die sich am Boden und der Decke des Reaktorraumes um die Hauptreaktoren herum drängten begannen aufzuleuchten. Ebenfalls verkündeten mehrere Statusanzeigen nun die Aktivierung der Pilotreaktorsysteme.
„Zündung erfolgreich, das Notfallenergiegitter ist aktiv.“ Stellte Dennis dann erleichtert fest während die Notfallbeleuchtung des Raumes ansprang und die Taschenlampen der Kämpfer obsolet machte. „Ich spüre immer noch keine Schwerkraft.“ Stellte Nathalie dann jedoch fest. „Das liegt daran das die Künstliche Gravitation nicht als kritisches System gilt. Sie ist weder für das Überleben der Besatzung noch für die Funktion des Schiffes selbst notwendig. Das Notfallenergiegitter versorgt aber nur absolut kritische Systeme wie die Lebenserhaltung, das Notfallkommunikationssystem und Teile des Computerkerns.“ Antwortete Dennis Schulterzuckend. „Na wenigstens können wir dann bald diese Helme absetzen.“ Stellte Nathalie daraufhin fest.
~~~Ende Kapitel 49~~~
mfg.: Tg