~~~fortsetzung des vorherigen Post~~~
„Negativ Sir.“ Antwortete Solaria an Dennis Stelle. „Wie soll das Ganze dann funktionieren?“ fragte Nathalie daraufhin, wohl wissend das es eine Möglichkeit geben musste. Ansonsten hätte Solaria diese Taktik gar nicht erst erwähnt. „Einige Terranische Bodenangriffswaffen benötigen keine Hilfsmittel um die Landung zu überstehen, wie zum Beispiel ein Kampfavatar.“ Antwortete Dennis dann nach einer kurzen Pause. Nathalie schwieg daraufhin, bei dem Gedanken sich noch einmal in diese Vernichtungsmaschine zu setzen wurde ihr ganz anders. Es war eine Sache seine Gegner indirekt von Bord eines Schiffes aus oder in Notwehr mit einer Waffe in der Hand zu töten, aber es war etwas komplett anderes mit einem unaufhaltsamen Monstrum von einer Maschine, das sich wie der eigene Körper anfühlte, herum zu stolzieren und alles abzuschlachten. „Sir, Sie sind die einzige die einen Kampfavatar nutzen kann.“ Stellte Samara dann fest. „Ich weiß.“ Antwortete Nathalie niedergeschlagen. „Alternativ müssten wir unter Abwehrfeuer Landen und die Schiffsgeschütze nutzen, dabei sind Kollateral Schäden vorprogrammiert.“ Meinte Dennis dann. Nathalie warf daraufhin hilflos die Arme in die Luft und meinte: „Also gut, packen wir es an.“
Im Tempel stand Sandra unterdessen auf einem der Ausladenden Balkone von denen aus man einen Großteil der Tempelanlage überblicken konnte und wartete mit wehendem Gewand darauf das die Terraner kamen. Denn das sie kamen stand außer Zweifel, die Soldaten der Synode liefen herum wie aufgeschreckte Hühner und selbst ihr war der unnatürliche Sternenschnuppenregen am Himmel aufgefallen der von Verglühenden Trümmern her rührte. Plötzlich sah sie dann eine besonders große Sternenschnuppe die direkt auf den Tempel zuhielt und keine Anstalten machte zu verglühen. Wie gebannt folgte ihr Blick daraufhin dem sich schnell näherndem Feuerball. „Das war es jetzt.“ Dachte sich Sandra dann bei sich. Sie wusste genug über Physik um abschätzen zu können das ein Trümmerstück dieser Größe bei einem Einschlag die Energie eines Orbitalschlages freisetzte. Mehr als genug um den Tempel vollständig zu vaporisieren. Allerdings stellte sie kurz darauf fest das der Feuerball seine Flugbahn veränderte und genau auf den unter ihr liegenden Tempelhof zuhielt. „Was ist das?“ fragte sich Sandra daher selbst ehe der Feuerball mit einem Donnern das die Ohren betäubte einschlug und den ganzen Tempelkomplex zum Beben brachte, ebenfalls spritzten Gesplitterte Mosaik Steine die ein kunstvolles Mosaik auf dem Hofboden gebildet hatten durch die Luft. Als sich Sandra daraufhin wieder aufrappelte und den Blick über das Geländer hinunter in den Hof gleiten ließ sah sie nichts als eine gewaltige Staubwolke. So heftig der Einschlag jedoch gewesen war, er war viel zu schwach, viel zu kontrolliert gewesen, was immer daher im Hof gelandet war, war definitiv kein Trümmerstück.
Dann stürmten plötzlich mehrere Soldaten der Synode aus dem großen Portal des Tempels und eilten zu dem Einschlagsort. Noch ehe sie die Strecke jedoch bewältigt hatten ertönte ein eigenartiges Summendes Geräusch, gefolgt von dem Charakteristischen Klacken großer Metallplatten die aufeinander schlugen. Dann leuchteten in der Staubwolke Rote streifen auf die sich in die Luft erhoben ehe der Mosaik Boden knirschte und ein lautes rumpeln ertönte. Es dauerte kurz bis Sandra begriff das es sich dabei um Schrittgeräusche Handelte, Schrittgeräusche von etwas sehr großem und sehr schweren. Dann trat ein Monstrum aus der Staubwolke, seine Haut war Staubbedeckt doch ansonsten unversehrt. Mit einem Geräusch das irgendein Zwischending zwischen Winseln und knurren war griffen die Soldaten der Synode das Monster kurz darauf an, ohne irgendeinen Erfolg zu erzielen. Ihre Geschosse prallten nutzlos von ihm ab wobei sie an ihren Einschlagsorten schnell verblassende Spinnennetzartige Musterungen zurückließen. „Ein Racheengel!“ dachte sich Sandra daher schockiert und stolperte Rückwärts.
Nach der Landung atmete Nathalie einmal tief durch, obwohl der Avatar den Großteil des Schocks beim Einschlag absorbiert hatte, war sie ordentlich durchgeschüttelt worden. „Also los, bringen wir es hinter uns.“ Dachte sich Nathalie daraufhin und richtete sich wieder auf. Ein kurzer Rundumblick zeigte ihr dabei das sie ihren Zielort exakt getroffen hatte, sie befand sich inmitten eines Gebäudekomplexes der definitiv als Tempel durchgehen konnte. Schnell zogen die in diesem Moment auf sie zustürmenden Grewock jedoch Nathalies Aufmerksamkeit auf sich. Als sie das Feuer eröffneten konnte Nathalie nur mitleidig den Kopf schütteln, die Infanteriegewehre der Grewock hatten keine Chance den Avatar zu beschädigen. Mit einem tiefen Seufzer richtete Nathalie daraufhin ihre Waffen auf die Grewock und erwiderte mit der Schnellfeuerkanone das Feuer. Wie zu erwarten hatten die Grewock nicht den Hauch einer Chance gegen den Angriff und es dauerte nur wenige Sekunden sie auszulöschen. Nach einer kurzen Lagesondierung entschied sich Nathalie dann durch das mächtige Portal in den Gebäudekompelx zu treten aus dem die Grewock eben gestürmt waren.
Als sie daraufhin mit donnerndem Schritt in die hinter dem Portal liegende Halle trat und dabei wohl den Fußboden komplett ruinierte, konnte Nathalie über all die Pracht nur Staunen die sie umgab, die Etor hatten sich ein wahrhaft imposantes Heim erschaffen. Kaum war Nathalie jedoch über die Türschwelle getreten wurde sie unter schweres Abwehrfeuer genommen, die Grewock nutzen die mächtigen Säulen der Halle sowie unzähligen Balkone dabei geschickt als Deckung, hatten jedoch auch dieses mal keine geeigneten Waffen um einen Kampfavater zu bekämpfen. Nathalie zögerte jedoch damit das Feuer zu erwidern, immerhin würden die Primärwaffen des Avatars wohl schwere Schäden an den Gebäuden verursachen, etwas das sie eigentlich vermeiden wollte, immerhin hatte sie keine Lust dass das ganze Bauwerk über ihrem Kopf in sich zusammenbrach. Noch während Nathalie daraufhin über eine Lösung nachgrübelte meldete das Computersystem des Avatars: „Sekundärwaffen aktiviert.“ Gleichzeitig fuhren aus den Schulterpanzerplatten des Mechs kleinere Geschütztürme aus die umgehend das Feuer auf die Grewock eröffneten. Aufgrund ihres viel kleineren Kalibers, hielten sich die Schäden an der Bausubstanz dabei in Grenzen und beschränkten sich auf kleinere Einschusslöcher. Die Grewock beeilten sich daraufhin in Deckung zu kommen, doch nicht wenige waren schlichtweg zu langsam und sackten getroffen in sich zusammen. „Dieses Ding ist einfach unaufhaltsam...“ dachte sich Nathalie daraufhin schaudernd während sie den Avatar weiter in die Halle hinein bewegte.
Trotz ihrer Bemühungen keine Zielfläche zu bieten dauerte es nicht lange bis auch der letzte Grewock in einer Blutlache am Boden lag und sich eine schaurige Stille über die Halle legte. „Ich glaube ich hab alle erwischt, ihr könnt landen.“ Meinte Nathalie daraufhin an Ihre Kameraden die sich noch immer im Orbit aufhielten ehe sie ihre Aufmerksamkeit wieder ihrer direkten Umgebung zuwandte. Nur Sekundenbruchteile darauf erkannte sie eine Gestalt in wehenden weißen Roben die sich vorsichtig durch eine der seitlichen Türen in den Saal schob und den Kopf dabei unruhig hin und her bewegte. Nathalie war dabei erstaunt zu sehen das es sich um einen Menschen handelte, eine Frau im mittleren Alter um genau zu sein. Mit theatralisch langsamen Bewegungen wandte sich Nathalie daraufhin der Frau zu wobei die Bewegungen des Avatars trotzdem das ganze Gebäude zum vibrieren brachten. Die Frau blieb sofort schockiert stehen und schaute zu der massigen und Gepanzerten Gestalt vor sich auf. Ihr Blick verriet dabei tiefe Furcht, ein Umstand den Nathalie ihr nicht verdenken konnte, der Avatar war ein verstörender Anblick. Daher wartete Nathalie geduldig bis die Frau sich wieder gefangen hatte und vorsichtig auf sie zu kahm.
Schließlich blieb die Frau in den weißen Roben etwa fünf Meter vor Nathalie, beziehungsweise dem Avatar, stehen und schaute respektvoll nach oben. Sie brauchte dann noch etwa zwei Sekunden bevor sie zu sprechen begann: „Oh mächtiger Racheengel aus dem Reich der Finsternis, ich flehe dich an zügle deinen Zorn und verschone meine Brüder und Schwestern. Wenn es dich nach Blut gedürstet dann nimm mich an ihrer Stelle aber sieh bitte davon ab dieses Heiligtum zu zerstören.“ Nach dieser Ansprache schaute die Frau Hoffnungsvoll zu dem Avatar auf und wartete auf eine Reaktion während Nathalie ob ihrer Ansprache die Augenbrauen hochzog, offenbar wurde sie in diesem Moment für eine art übernatürliches Wesen gehalten. Ein Umstand den sie sofort klarzustellen gedachte, nach kurzem Suchen hatte Nathalie dann auch die Schaltfläche gefunden die dafür sorgte das ihre Stimme auch außerhalb des gepanzerten Cockpits hörbar war und meinte in dem ruhigsten Tonfall den sie fertig brachte: „Ich will weder dein Leben noch das von irgendjemand anderem, denn ich bin kein Gott, Racheengel oder sonst irgendwas in der Richtung. Ich bin nur ein Mensch, ein Mensch der in einer monströsen Maschine sitzt.“ Die Augen der Frau weiteten sich daraufhin noch weiter und sie erweckte den Anschein gleich in Ohnmacht zu fallen, offenbar war die Vorstellung von einem gewaltigen Gottgleichen Wesen vernichtet zu werden für sie leichter zu verdauen als einem anderen Menschen in einem Überdimensionierten Exoskellet gegenüber zu stehen.
„Dann ist es wirklich wahr...“ meinte die Frau daraufhin und stolperte Rückwärts. „Der Phönix erhebt sich aus der Asche.“ Fuhr sie dann fort ehe sie sich mit dem Rücken gegen eine der Massiven Säulen lehnte und die Hand auf die Stirn legte. „Alles in Ordnung?“ fragte Nathalie daraufhin. Die Frau viel daraufhin auf die Knie und breitete die Arme aus ehe sie meinte: „Wenn ihr die anderen töten wollt, dann müsst ihr mich zuerst töten.“ Nathalie war daraufhin reichlich verwirrt und meinte: „Ich bin nicht hier um irgendjemanden zu töten.“, „Nicht?“ fragte die Frau, nun stand ihr die Verwirrung ins Gesicht geschrieben. „Nein. Ich bin hier um den Ursprung des Signales zu ergründen. Genau wie die Synode. Mich interessiert nicht was in der Vergangenheit zwischen diesem Orden und unseren Vorfahren vorgefallen ist. Das ist Geschichte.“ Antwortete Nathalie, auch wenn das nicht ganz der Wahrheit entsprach. Natürlich hegte sie einen leisen Groll gegen die Etor seit sie erfahren hatte das sie es gewesen waren welche die Niederlage der Terraner herbeigeführt hatten, aber gleichzeitig wusste Nathalie das sie im Moment schon genug Feinde hatten und bei den Etor gab es zumindest die Chance das sie sich nicht gegenseitig bekämpfen mussten. „Dann... Ich meine das verändert alles.“ Meinte die Frau dann dumpf während sie sich wieder erhob.
~~~Ende Kapitel 34~~~
mfg.: Tg