~~~fortsetzung des vorherigen Post~~~
„Sichert das Cockpit.“ Befahl Dennis dann lautlos während Nathalie sich im Hauptraum der Fähre umsah, die Wände waren mit Bildschirmen gepflastert vor denen mehrere fremdartige Bedienpanele auf einer für Naquiim bequem erreichbaren Höhe angebracht waren. Auf den Bildschirmen waren währenddessen mehrere der seltsamen Naquiimsymbole zu sehen ebenso Bilder der direkten Schiffsumgebung. Nach einem kurzen Blick wusste Nathalie daher das es keinen Grund zur Eile gab, nichts deutete daraufhin das ihre Intervention entdeckt worden war, die Parade ging weiter ihren Gang. Schließlich fand einer der Naquiim jedoch seine Stimme wieder die er zuvor vor lauter Schreck wohl verloren hatte und fragte Fassungslos: „Wer, oder was seid ihr und wo kommt ihr her?“ Sein Blick war dabei der eines Wesens das Schwierigkeiten damit hatte die Wahrheit zu akzeptieren. Nathalie konnte sich ein selbstherrliches Grinsen daraufhin nicht verkneifen, für die Naquiim mussten sie alle in ihren Nachtschwarzen Überzugpanzern mit glänzenden schwarzen Stiefeln, blank Polierten Helmen mit VR Visieren und Waffen im Anschlag aussehen als wären sie so eben aus einem Geschichtsbuch über den zweiten Terranerkonflikt geklettert. „Spielt das denn eine Rolle? Alles was zählt ist das ihr unsere Gefangenen seid. Wie viele von euch sind noch an Bord?“ erwiderte Dennis daraufhin bestimmt und hob betont beiläufig seine Waffe. Derartige extra Motivation war in diesem Fall zwar wohl nicht nötig, doch trotzdem konnte Nathalie es ihm nicht verdenken.
„Außer uns sind noch fünf weitere Techniker an Bord, sowie zwei Wachen.“ Antwortete der Naquiim umgehend, ganz offenbar stand er nicht hoch genug in der Naquiimhierarchie um sein Leben für die Sache der Synode aufs Spiel zu setzen. „Also noch fünf Schwabbelköpfe, das sollte machbar sein.“ Stellte Dennis umgehend fest ehe er zu zwei Kämpfern meinte: „Bringt sie her raus und fesselt sie in einer Ecke des Hangars wo sie keinen Unfug anstellen können, wenn einer Ärger macht: Bringt ihn um.“ Sofort machten sich die beiden angesprochenen daran ihre Weißungen auszuführen während Nathalie pragmatisch fragte: „Wie finden wir jetzt fünf Naquiim auf einem so großen Schiff?“, „Das dürfte einfach werden, geben Sie mir einen Moment.“ Antwortete Dennis während er sich an einem der Bedienelemente zu schaffen machte. „Was machen wir eigentlich wenn wir die Energie an Bord nicht reaktivieren können?“ fragte Nathalie dann, ihr war im selben Moment aufgefallen das diese Eventualität noch nicht besprochen worden war. Dennis hielt daraufhin mit seiner Arbeit inne ehe er antwortete: „ In dem Fall, müssen wir das Schiff wohl sprengen.“, „Sprengen?!“ fragte Nathalie schockiert. „Mir gefällt die Vorstellung auch nicht, aber wir müssen verhindern das die Synode dieses Schiff oder seine Technologie in die Finger bekommt.“ Erwiderte Dennis ehe er meinte: „Ich hab die fünf weiteren Naquiim sie sind auf der Kommandobrücke.“, „Also auf zur Kommandobrücke.“ Meinte Nathalie umgehend.
Da sie daraufhin Unterwegs keine Rücksicht auf eventuelle Naquiim oder Grewock nehmen mussten kam der Trupp, trotz der ausgefallenen Lifte, schnell voran und fand sich alsbald vor einem der beiden Zugänge zur Kommandobrücke wieder. „Also gut Leute, das sollte kein großer Akt werden, aber passt trotzdem auf, versucht vor allem nicht zu schießen und wenn ihr es müsst dann passt auf nach Möglichkeit keine Konsolen zu treffen, alles klar?“ meinte Dennis dann, worauf Kollektives Kopfnicken oder zustimmendes Gebrumme ertönte. „Dann los!“ meinte Dennis Worauf der Trupp durch die offen stehende Tür stürmte und die Naquiim im inneren völlig überrumpelte. Erneut ertönte daraufhin eine laute Geräuschkulisse aus Angst schreien und gebrüllten Anweisungen. Zu Nathalies Erleichterung löste sich jedoch auch dieses mal kein einziger Schuss, dazu waren die Naquiim viel zu verängstigt. „Bringt sie her raus.“ Meinte Dennis dann auf die Naquiim zeigend worauf erneut zwei der Widerstandskämpfer die Naquiim reichlich grob aus dem Raum bugsierten. „So, das hätten wir geschafft.“ Stellte Dennis dann an Nathalie gewandt fest. „Dann kommt jetzt der interessante teil.“ Entgegnet Nathalie und lies ihren Blick durch die, von Naquiimlampen erhellte, Brücke schweifen. Der Raum ähnelte Solarias Kommandobrücke vom Grundriss und dem Design, war jedoch deutlich größer und verfügte über einige zusätzliche Stationen. Ebenfalls lagen überall Naquiimgeräte herum die unermüdlich vor sich hin blinkten, vermutlich Wissenschaftliche Geräte die den Naquiim helfen sollten die Terransichen Systeme zu verstehen. Im hinteren Drittel der Brücke stand auf einem erhöhten Podest direkt hinter einem großen runden Tisch, der wohl auch als Holoprojektor für diverse Karten oder ähnliches dienen konnte, ein bequem wirkender wuchtiger Stuhl. Nathalie erkannte das Möbelstück umgehend wieder, der Kommandostuhl auf Solarias Brücke sah exakt gleich aus.
„Meinst du...?“ fragte Nathalie dann Dennis und deutete dabei auf den Stuhl. Dieser zuckte daraufhin mit den Schultern und antwortete: „Versuchen sollten Sie es auf jeden Fall.“ Nathalie rollte daraufhin mit den Augen, sparte sich vor den versammelten Kämpfern des Widerstandes jedoch eine Standpauke darüber das sie von Freuden nicht gesiezt werden wollte und schritt langsam auf den Stuhl zu der wie ein Thron über die ganze Brücke zu Dominieren schien. Unter den wachsamen Blicken von Dennis und den anderen Kämpfern des Widerstandes setzte sich Nathalie daraufhin mit gebotener Vorsicht und einiges an Respekt auf den Stuhl des Kommandierenden Offiziers. Angespannt sahen sich daraufhin alle um, doch es passierte nichts, keine Holoaufzeichnung, keine Anspringenden Lichter, gar nichts. Die Samara lag nach wie vor Tod im Schlepptau der Naquiimschiffe die noch immer ihre Parade vollführten und das Schiff stolz präsentierten. „Sieht schlecht aus.“ Stellte Nathalie daher fest ehe sie ein wohl bekanntes Ziehen an ihrem Bewusstsein verspürte. „Was zu...!“ setzte sie daraufhin an, konnte den Satz jedoch nicht zu Ende sprechen da ihr Bewusstsein mit einem mal gewaltsam an einen anderen Ort gerissen wurde. Daraufhin trieb Nathalies Bewusstsein in völliger Dunkelheit, sie konnte nichts sehen, nichts hören und auch nichts fühlen.
Allerdings änderte sich das mit einem mal, plötzlich fühlte sie einen andere Präsenz, das Gefühl war schwer zu beschreiben, aber sie wusste einfach das sie nicht alleine war. „Wer bist du!?“ ertönte dann eine Stimme welche die Terranische Standardsprache nutzte und dabei alles andere als entspannt klang. „Ich bin Nathalie, wer bist du?“ erwiderte Nathalie deutlich ruhiger, aber nicht minder bestimmt. „Was willst du!?“ meinte die Stimme daraufhin wobei sie Nathalies Frage einfach überging. „Ich bin auf der Suche nach Hilfe.“ Antwortete Nathalie. „Hilfe wofür?“ fragte die Stimme daraufhin wobei sich ihr Tonfall deutlich änderte, sie klang nun sehr viel neutraler. „Hilfe um die Menschheit zu retten.“ Antwortete Nathalie geduldig. Die Stimme lachte daraufhin beinahe unnatürlich Schrill auf ehe sie antwortete: „Da gibt es nichts mehr zu retten. Die Menschheit ist weg, Tod, versklavt was auch immer. Du kannst deinem Herrn und Meister ausrichten dass er sich schon etwas besseres ausdenken muss.“ Noch ehe Nathalie daraufhin etwas antworten konnte fuhr die Stimme fort: „Oder sollte ich dich vielleicht gleich vernichten? Das wäre vermutlich die effizientere Herangehensweise...“, „Ich habe keinen Herrn und Meister, ich bin keine Sklavin!“ erwiderte Nathalie daraufhin erbost und unterbrach den Monolog, welchen die Stimme mit sich selbst führte damit radikal. „Ich bin frei und Kämpfe für den Menschlichen Widerstand, außerdem bin ich der Kommandierende Offizier der TTF Solaria und ich bin es leid das du mich wie einen Lakaien der Naquiim behandelst, wach endlich aus deinem Selbstmitleid auf und überzeug dich selbst von meinen Worten, sämtliche Naquiim an Bord sind Gefangene, die Grewock sind Tod.“ Fuhr Nathalie dann fort und wurde dabei von der Energie in ihrer eignen Stimme überrascht. Plötzlich erschien dann eine Gestalt vor Nathalie in der ansonsten undurchdringbaren Dunkelheit, es handelt sich um eine Menschliche Frau mit kurzen, Lockigen, Wasserstoffblonden Haaren und scharf geschnittenen Gesichtszügen. Sie trug außerdem eine Terranische Standard Uniform, Nathalie musste daher nicht lange überlegen um wen es sich Handelte. Die Frau musterte Nathalie daraufhin kurz eindringlich wobei sie ihre Stirn in Falten legte, die Illusion war, wie bei Solaria praktisch perfekt.
„Du behauptest also keine Sklavin zu sein und ich muss zugeben dein Verhallten passt auch nicht zu einer. Aber, erkläre mir, wie kann es sein das du dann hier bist? Die Synode hat mich vor über zwanzig Jahren gefangen genommen.“ Stellte die Frau dann fest, den Blick der Stahlblauen Augen unverwandt auf Nathalie gerichtet. „Wir haben dich geentert und die Kräfte der Synode an Bord überwältigt.“ Antwortete Nathalie umgehend worauf die Frau zusammenzuckte. „Woher weißt du wer ich bin?“ fragte die Frau dann. „Das ist einfach. Ich kenne die Virtuelle Realität von Solaria, du bist zweifelsfrei das Künstliche Bewusstsein der TTF Samara.“ Antwortete Nathalie. Samara atmete daraufhin einmal aus und begann nachdenklich mit dem Finger auf ihre Wange zu tippen ehe sie meinte: „Die Synode ist meines Wissens der Meinung das wir einfache Betriebssysteme sind, sie haben die wahre Form der Existenz eines Künstlichen Bewusstseins nie verstanden. Du dagegen scheinst es begriffen zu haben, was für deine Version der Ereignisse spricht.“, „Samara, bitte du musst mir glauben. Es ist noch nicht alles verloren und mit deiner Hilfe haben wir eine Chance das Blatt noch einmal zu wenden.“ Meinte Nathalie dann, wenn sie eines über KI’s gelernt hatte dann das es am besten war sie wie Menschen zu behandeln. Die Unschlüssigkeit war Samara daraufhin ins Gesicht geschrieben während sie offenkundig nachdachte. „Du sagst das du der Kommandierende Offizier der TTF Solaria bist.“ Stellte Samara dann fest. „Das ist richtig.“ Stimmte Nathalie zu. „Kann ich mit ihr sprechen?“ fragte Samara dann. „Natürlich, sie liegt an einem deiner Dockingports.“ Antwortete Nathalie Schulterzuckend. „Das war also das kurze kribbeln vorhin.“ Meinte Samara daraufhin ehe ihre Gestalt erstarrte.
„Samara, alles in Ordnung?“ fragte Nathalie daraufhin vorsichtig. Die KI reagierte jedoch mehrere Sekunden lang nicht ehe sich ihre Steife Haltung endlich lockerte. „Ich kann es nicht fassen.“ Murmelte Samara dann ehe neben ihre eine weitere, sehr vertraute Gestalt erschien. „Hallo Frau Kapitän.“ Grüßte Solaria umgehend nachdem sie ihr Abbild aufgebaut hatte. Nathalie musste daraufhin kurz grinsen ehe sie ihre Emotionen wieder im Griff hatte. „Wie es scheint habe ich etwas vorschnell geurteilt und bitte um Entschuldigung.“ Meinte Samara dann leicht betreten. „Entschuldigung akzeptiert, wirst du uns jetzt helfen?“ erwiderte Nathalie umgehend. „Selbstverständlich. Geben Sie mir einen Moment meine Primärsystem zu reaktivieren.“ Antwortete Samara. „Sehr gut. Lass mich doch so lange bitte mit den anderen reden.“ Erwiderte Nathalie zufrieden. „Bestätigt, warten Sie ich stelle das Neuronale Interface vollständig wieder her.“ Bestätigte Samara ehe die undurchdringbare schwärze dem Nathalie bekannten Abbild der Virtuellen Realität wich.
~~~Ende Kapitel 30~~~
mfg.: Tg