~~~fortsetzung des vorherigen Post~~~
„Du meinst also eine Inoffizielle Mission?“ fragte Viktoria interessiert während sie gemeinsam mit Nathan über das Vergnügungsdeck schlenderte und eine Tüte voller gerösteter Nüsse dezimierte. „Könnte man so sagen.“ Bestätigte Nathan. „Das klingt ja mal richtig aufregend, ich bin dabei!“ meinte Viktoria voller Vorfreude. „Danke für das Angebot, aber ich glaube nicht das eine Mineralogin auf dieser Mission gebraucht wird, ich hatte eigentlich gehofft das du ein paar gute Leute kennst.“ Erwiderte Nathan. „Hey beschränke mich nicht auf mein aktuelles Tätigkeitsfeld. Bevor ich zum Raumerkundungscorps der Unionsflotte gegangen bin war ich einige Zeit als Medizinische Assistentin auf einem Drohnenzerstörer Tätig.“ Konterte Viktoria und wedelte Nathan empört mit dem Finger vor der Nase herum. Nathan rollte daraufhin mit den Augen, meinte aber: „Also gut, wenigstens kann ich dir vertrauen das ist ja auch schon mal was wert.“, „Na also, da soll noch einer sagen Männer seien nicht zu vernünftigen Entscheidungen fähig.“ Erwiderte Viktoria glucksend. „Danke für das Kompliment.“ Meinte Nathan umgehend ehe die beiden losprusten mussten. „Um auf deine Frage zurück zu kommen, Josh kann nicht nur Saufen bis zum abwinken und Löcher in Asteroiden Bohren, er kann auch faktisch alles Reparieren wenn man ihm genug Zeit und Alkoholische Getränke zur Verfügung stellt. Janush ist zwar eigentlich Bergbauingenieur, ist jedoch ein leidenschaftlicher Astronom und kennt die Sterne auch ohne Karte und Ben ist ein echtes Multitalent, seit ich ihn kenne gab es nie eine Aufgabe der er nicht gewachsen gewesen wäre.“ Meinte Viktoria dann nachdem die beiden ihren Heiterkeitsanfall überwunden hatten.
„Kommt es mir nur so vor oder versuchst du grade die Herde zusammen zu halten?“ fragte Nathan daraufhin. „Nein, die Jungs sind wirklich qualifiziert außerdem kannst du ihnen auch vertrauen.“ Antwortete Viktoria. „Also gut, dann sammeln wir den Haufen mal zusammen!“ meinte Nathan daraufhin, immerhin wusste er das die Zeit knapp war, es war nur noch eine Frage der Zeit bis die Imperiale Sternenflotte zum Schlag ansetzte und die Grenze überquerte und dann war es faktisch unmöglich einen Waffenstillstand zu erwirken selbst wenn es ihm gelingen sollte Kaiserin Arianna davon zu überzeugen dass das Kristallschiff nicht unter der Kontrolle der Union stand. „Darf ich später noch packen?“ fragte Viktoria dann sofort. Nathan rollte daraufhin erneut mit den Augen und meinte: „Vickie, das ist eine verdeckte Operation, ich denke es wäre recht auffällig wenn wir mit Tonnenweise Koffern beladen zum Hangar deck marschieren oder?“, „Damit könntest du recht haben.“ stimmte Viktoria etwas niedergeschlagen zu. „Ich bin sicher das Lorence dafür gesorgt hat das alles was wir benötigen an Bord ist.“ Meinte Nathan daraufhin tröstend. „Vielleicht aber ich hab mir erst gestern eine neue Sommerkollektion gekauft, so ein Mist.“ Murmelte Viktoria lediglich niedergeschlagen vor sich hin. Nathan grinste daraufhin breit, enthielt sich jedoch Diplomatisch eines Kommentars.
Unterdessen folgten Arkov, Herlan sowie ihre Eskorte der jungen Frau an Bord des Formschiffes welche sich mittlerweile als Alina vorgestellt hatte zu ihrem Dorf. Zwar hatten die beiden redlich versucht Alina davon zu überzeugen das es keine Sonderlich gute Idee war ihr Dorf zu besuchen, aber sie hatte sich nicht beirren lassen und die beiden mit ihrer bedingungslosen Freundlichkeit schlussendlich doch rum gekriegt. Schließlich trat die Gruppe aus dem Unterholz und stand am Rande der Zeltsiedlung die sie kurz zuvor aus vermeintlich sicherer Distanz beobachtet hatten. Augenblicklich zogen die Männer in ihren Kampfmonturen die Aufmerksamkeit jedes Bewohners in Reichweite auf sich, worauf sich schnell eine Regelrechte Menschentraube um sie bildetet. Zwar hielten die Dorfbewohner Respektvollen Abstand, doch trotzdem fühlte sich Herlan ziemlich unwohl in seiner Haut. Dann trat ein älterer Mann aus der Menschentraube hervor, er stützte sich auf einen knorrigen Holz Stab und trug einen fast Bodenlangen dreckig weißen Bart. Augenblicklich trat Alina zu ihm und schien ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Dann weiteten sich die Augen des Mannes plötzlich und er sprach: „Wir haben noch nie einen Reisenden gesehen. Seid Gäste unseres Dorfes.“ Arkov fühlte sich daraufhin genötigt zu antworten und meinte: „Wir danken für dieses Großzügige Angebot, aber wir müssen unsere Reise fortsetzen.“, „Dass kann ich euch nicht abschlagen, aber gestattet das wir euch einiges an Proviant und einen Führer zur Seite stellen.“ Antwortete der Mann umgehend. „Das wird nicht nötig sein auf unserem Schiff haben wir alles was wir benötigen.“ Erwiderte Arkov und fühlte sich dabei richtig schlecht, diese Menschen hatten so wenig und wollten es trotzdem mit ihnen teilen obwohl sie nicht mal wussten woher ihre Gäste kamen und er hatte ernsthaft in Erwägung gezogen sie gewaltsam zu vertreiben. „Schiff? Was ist das?“ fragte daraufhin Alina neugierig. Augenblicklich senkte sich erwartungsvolle Stille über die Dorfbewohner, niemand schien die Antwort verpassen zu wollen.
Arkov sah daraufhin Herlan an, er hatte keine Ahnung wie er einem Volk das noch nicht mal Bodengebundene Landfahrzeuge kannte erklären sollte was ein Raumschiff war, insbesondere da dieses spezielle Volk wohl noch nicht mal von den Sternen wusste. Auch Herlan sah sich daraufhin kurz um und erblickte ein Stämmig gebautes Tier mit langem Pelz das eine Art Sattel auf dem Rücken trug, was ihn auf eine Idee brachte. „Ein Schiff ist wie ein Reittier, es bringt uns schnell an Ferne Orte.“ Erklärte Herlan daher. „Wir würden dieses Schiff gerne sehen. „Meinte Alina dann mit leuchtenden Augen. „Das wird nicht möglich sein, es ist zu groß um durch den Wald zu kommen.“ Antwortete Herlan. „Zu groß um durch den Wald zu kommen? Wo habt ihr so etwas gefunden?“ fragte dann der alte Mann interessiert. „Nirgends, Schiffe werden Gebaut, wie ihr Zelte und Hütten baut.“ Antwortete Herlan. Daraufhin wurden die Augen der Dorfbewohner ganz groß und der alte Mann meinte beeindruckt: „Das Volk der Reisenden muss sehr klug sein wenn es so etwas kann. Wir würden gerne mehr über euch und diese Schiffe erfahren.“, „Ich denke wir können unsere Abreise noch etwas verzögern.“ Meinte Arkov daraufhin.
Der Raum war hell erleuchtet und dutzende Männer und Frauen in langen weisen Roben eilten aufgeregt umher. Plötzlich durchbrach ein schriller schrei die Stille und eine junge Frau auf einer Art Altar war zu erkennen, sie war schweißgebadet und schrie nach Leibeskräften obwohl sie weder gefesselt noch verletzt war. Die ganze Szene wirkte irgendwie leicht verschwommen und surreal. Dann schrie die Frau wieder auf während sich ihr ganzer Körper verkrampfte. Dann ertönte ein weiterer Schrei er hörte sich jedoch anders an. Dann erhob sich eine Frauen in den weißen Gewändern, welche bislang am Fußende des Altars gekniet hatte und hielt dabei ein winziges fast Rosafarbenes Kind in den Armen. Dann schlug Siandra die Augen auf und bemerkte ihre beschleunigte Atmung, auf einmal war alles wieder da. Sie wusste nun das Kaiserin Arianna die ganze Zeit die Wahrheit gesprochen hatte, sie wusste die Mutter der Kaiserin war und sie wusste noch so viel mehr. „Ich muss dringend ein paar Dinge klarstellen.“ Dachte sie sich dann und erhob sich von ihrem Lager. Sofort darauf lief sie schnurstracks in Richtung Kleiderschrank und suchte sich eine der Roben heraus die ihr zur Verfügung gestellt worden waren.
Nur wenige Minuten später trat Siandra aus ihrer Unterkunft und sah den Korridor davor kurz hinauf und hinunter während sie sich zu erinnern versuchte wo es in Richtung Thronsaal ging. Zu ihrer Erleichterung viel es ihr auch ein und sie marschierte entschlossenen Schrittes los. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie wie sich die beiden vor ihrer Tür positionierten Wachposten umgehend an ihre Fersen hefteten, ob zu ihrem Schutz oder zur Überwachung wusste sie jedoch nicht. Kaum war Siandra dann in den nächsten Korridor gebogen der zum öffentlichen Teil des Plastes führte stand sie unmittelbar Geheimrat Deskar gegenüber der ziemlich überrascht wirkte sie hier an zu treffen. „Matriarchin, wohin des Weges?“ fragte Deskar dann höflich. „Ich muss unbedingt Kaiserin Arianna sprechen Geheimrat, es gibt da einige Dinge die ich klarstellen muss.“ Erwiderte Siandra. Deskar überlegte daraufhin kurz ehe er fragte: „Gehe ich dann recht in der Annahme das ihr euch wieder erinnern könnt?“, „Ja Geheimrat, das ist korrekt. Wenn Ihr mich nun entschuldigen würdet.“ Antwortete Siandra. „Natürlich, aber wenn Ihr Kaiseirn Arianna sucht solltet Ihr es lieber in Ihren Privaten Gemächern versuchen.“ Erwiderte Deskar mit einer knappen Verbeugung ehe er sich entfernte. Siandra sah ihm daraufhin kurz hinterher, sie hatte Deskar noch nie leiden können, er war für ihren Geschmack einfach zu schmierig, auch wenn dies vermutlich auf seine Geheimdiensttätigkeit zurück zu führten war und nichts mit seiner Person zu tun hatte.
Nur wenig später betrat Siandra dann den Bereich des Palastes der für den Kaiser und seine Familie reserviert war, selbst die Flammengarde zeigte hier nur minimal Präsenz um die Privatsphäre nicht zu beeinträchtigen. Auch Siandras Eskorte blieb vor der Tür stehen und schloss sich den dort bereits stehenden Soldaten an. Als dann die Tür hinter ihr ins Schloss viel fühlte sich Siandra auf einmal so alleine, der Korridor in dem sie stand war beinahe zehn Meter hoch und fast acht Meter breit, die Wände bestanden aus edelstem Marmor und waren mit einer Säulengalerie verziert und sie war das einzige Menschliche Wesen in Sicht und Hörweite. Etwas verunsichert lief sie daher weiter, vorbei an den Mannsdicken Säulen und den Feuerschalen in denen wie auf Magische Weise Flammen loderten obwohl kein Brennstoff zu sehen war. „Kann ich euch behilflich sein?“ fragte dann eine Stimme worauf Siandra erschrocken herum fuhr und genau in Beldannas Gesicht schaute. „Ja, ich denke schon ich möchte...“ begann Siandra erschrocken zu stammeln ehe sie Beldanna erkannte und fragte: „Beldanna?“ Beldanna erwiderte lediglich: „Hüterin Beldanna, verratet Ihr mir auch euren Namen?“, „Erkennst du mich den nicht, ich bins Siandra.“ Antwortete Siandra, sie und Beldanna waren früher, als sie noch Priesterin im Tempel auf Pyrus I und Beldanna noch einfache Zimmerzofe gewesen war gute Freundinnen gewesen. Beldanna stutzte daraufhin kurz und Mustertete Siandra genau ehe sie meinte: „Matriarchin, entschuldigt, ich habe euch nicht erkannt.“, „Halb so will, aber lass den blöden Titel weg.“ erwiderte Siandra. „Du bist definitiv Siandra. Du glaubst gar nicht wie sehr deine Tochter dir ähnelt.“ Erwiderte Beldanna daraufhin. „Täusche ich mich oder klang da leichte Verzweiflung durch?“ fragte Siandra umgehend grinsend. „Nein eher Resignation.“ Erwiderte Beldanna ebenfalls grinsend ehe sie meinte: „Komm mit, es wird Arianna gut tun dich zu sehen.“
~~~Ende Kapitel 27~~~
mfg.: Tg