Kapitel 14: Das Wissen der Dynastie
„Es ist Ihnen also gelungen die Verschlüsselung des Bordcomputers zu knacken?“ fragte Admiral Ishiyama. „Korrekt. Der Algorithmus war effizient aber nicht gut genug.“ Antwortete Trancenia in einem leicht selbstzufriedenen Tonfall. „Gut. Können Sie die Datenbanken übersetzen?“ fragte Admiral Ishiyama dann. „Ja. Ich habe bereits damit begonnen.“ Antwortete Trancenia. „Stellen Sie die aufbereiteten Daten dem Wissenschaftlichen Zentrum zur Verfügung, wenn Sie soweit sind.“ Meinte Admiral Ishiyama dann. „Selbstverständlich.“ bestätigte Trancenia daraufhin. „Wenigstens etwas macht Fortschritte.“ Dachte sich Admiral Ishiyama daraufhin, immerhin waren die Bemühungen der Streitkräfte betreffs Bewohnbarer Welten bislang ziemlich in Leere gelaufen. Insbesondere für die Menschen und Aquianer, welche recht hohe Ansprüche an die Biosphäre hatten sah es schlecht aus. Denn bedauerlicherweise waren diese Welten in aller Regel schon von anderen Lebewesen bewohnt und zogen daher die Aufmerksamkeit der allgegenwärtigen Tauron geradezu magisch an. Mehrerer Aufklärungsmissionen hatten schon Kontakt mit den Tauron gehabt und hatten sich oftmals nur gerade noch so in Sicherheit bringen können. Die Admiralität und auch der Rat, legte daher große Hoffnung in die Analyse des Khaakschiffes, vielleicht fand man hier ja den Vorteil den die Allianz benötigte um den Tauron endlich entgegentreten zu können. Admiral Ishiyama sah die Sache jedoch realistisch. Alles Wissen das sie an Bord des Schiffes finden konnten war logischer weiße auch der Dynastie zur Verfügung gestanden, ebenso wie eine Armada aus Kriegsschiffen welche die Allianzstreitkräfte vor Neid erblassen lassen würde und trotzdem waren sie vernichtet worden.
„Na, grübelst du schon wieder über großen Problemen?“ fragte dann Aiko welche in den Raum getreten war. „Nein, eigentlich nicht, jedenfalls nicht mehr als sonst auch.“ antwortete Admiral Ishiyama. „Wenn du nicht aufpasst bekommst du diese Furchen nie wieder aus deiner Stirn raus.“ Stellte Aiko dann fest. Admiral Ishiyama grinste daraufhin und meinte: „Dafür hab ich ja dich. Wie ist das Treffen gelaufen?“, „Konstruktiv. Aber wir haben bei weitem noch nicht alles in Erfahrung gebracht, diese Architektur ist beeindruckend. Man muss den Khaak lassen das sie ganz genau wussten wie man ein Schiff baut.“ antwortete Aiko. „Ich habe vollstes Vertrauen dass es euch gelingt auch die restlichen Fragen zu klären.“ antwortete Admiral Ishiyama daraufhin. „Mit Sicherheit. Trancenia ist unglaublich hilfreich. Dank ihr haben wir herausgefunden das die Superstruktur des Schiffes nicht aus verbundene Elementen besteht, sondern scheinbar Molekül für Molekül als ein einziges großes Bauteil erschaffen wurde, das macht die ganze Struktur zwar extrem widerstandsfähig aber gleichzeitig elastisch genug um selbst unter schwerer Belastung nicht zu brechen.“ Erwiderte Aiko umgehend. „Also ähnlich wie die Vor’chock ihre Hüllenpanzer bauen?“ fragte Admiral Ishiyama umgehend. „Nein nicht wirklich. Die Vor’chock nutzen eine Metalllegierung mit Kristallinen Eigenschaften um ihre Hüllen unter kontrollierten Bedingungen wachsen zu lassen. Diese Molekulare Ingenieurskunst ist ein ganz anderes Level.“ Antwortete Aiko. „Wenn du das sagst.“ erwiderte Admiral Ishiyama, er war nicht sonderlich bewandert in Metallurgie und Schiffskonstruktion.
„Trancenia hat mich auch informiert das sie den Bordcomputer geknackt hat. Mit etwas Glück lassen sich dort noch mehr nützliche Dinge finden“ meinte Admiral Ishiyama dann nach einer kurzen Pause. „Davon ist aus zu gehen. Diese Khaak müssen eine Interessante Art gewesen ein. Sie sind so anders als wir, ich denke das es ein großer Verlust für das Universum war als die Tauron sie ausradiert haben.“ Erwiderte Aiko nachdenklich. „Nach allem was ich mit den Khaak erlebt habe und den Berichten des Entertrupps nach zu urteilen waren die Khaak kein bisschen besser als ihre Schöpfung. Sie haben selbst vermutlich ebenfalls dutzende Spezies versklavt oder ausgelöscht. Es war wohl eine Form von ausgelichender Gerechtigkeit das ausgerechnet ihre eigenen Kreation ihren Untergang besiegelt.“ meinte Admiral Ishiyama daraufhin Schulterzuckend. „Wenn du meinst.“ Antwortete Aiko daraufhin. Sie hatte nie einen lebenden Khaak getroffen und auch keinen der Berichte gelesen und konnte die Insektenwesen daher nicht einschätzen. Im nächsten Moment meldete sich dann Tracnenia gedämpft zu Wort: „Ich muss die Störung entschuldigen, aber der Rat hat eine Versammlung der Admiralität sowie der ranghöchsten Wissenschaftlichen Offiziere angesetzt.“, „Worum geht es den, die Khaak?“ fragte Admiral Ishiyama daraufhin. „Korrekt. Der Bordcomputer des von Ihnen eroberten Schiffes enthält höchst brisante Informationen.“ Bestätigte Trancenia.
Nur wenige Minuten später fanden sich Admiral Ishiyama und Leitendende Ingenieurin Nakamura in dem Präsentationsraum ein den Trancenia ihnen genannt hatte. Dort tummelten sich bereits einige andere und allesamt trugen neugierige Mienen zur Schau. „Hey Akio. Glückwunsch zur gelungenen Enteroperation.“ meinte dann Admiral Johnson der gerade durch die Tür kam und den Eindruck erweckte gerade erst von seinem Sofa aufgestanden zu sein, was vermutlich auch der Fall war. „Danke Samuel, aber wie ich höre hast du in meiner Abwesenheit auch so einiges erreicht.“ antwortete Admiral Ishiyama. Admiral Johnson winkte daraufhin lässig ab und meinte: „Ach, das war gar nicht so viel.“, „Ach ja? Du hast den Rat doch davon überzeugt sich wieder mit den KI’s aus zu söhnen oder nicht. Das war ein großer Erfolg. Nicht alle Schlachten werden auf dem Schlachtfeld geführt, das solltest du wissen.“ Erwiderte Admiral Ishiyama. „Akio, Akio, immer noch der weiße Japaner, genau wie früher.“ Meinte Admiral Johnson dann grinsend. Admiral Ishiyama musste daraufhin grinsen, sparte sich jedoch einen Kommentar. Dann erstarben die allgegenwärtigen Gespräche auf einmal und der Rat der Völker betrat den Raum, zur Erleichterung der meisten Anwesenden in Begleitung von drei wohl bekannten Hologrammen.
„Es gibt neue Erkenntnisse, es ist gut das Sie alle Hier sind.“ Meinte Har’kar dann ohne Umschweife, obwohl die direkte Art der Vor’chock von den meisten anderen Spezies oftmals als Beleidigend empfunden wurde, schätzte Admiral Ishiyama ihre Direktheit, sie kamen sofort zum Punkt, ohne wenn und aber. „Dank den Datenspeichern des eroberten Khaakschiffes haben wir einige Informationen erhalten die Kriegsentscheidend sein können.“ meinte dann Ratsherr Emmens mit schicksalsschwerer Stimme und Miene. Umgehend ging ein Raunen durch den ganzen Raum, ehe sich erwartungsvolles Schwiegen über die Verrammelten legte. „Trancenia, wenn Sie so freundlich währen, die Schlechten Nachrichten zu erst.“ Meinte Ratsherr Emmens dann ehe eine Holographische Sternenkarte mitten in dem Raum erschien. „Dies ist eine Karte des hiesigen Galaxienhaufens. Ich bitte die etwas veraltete Darstellung zu entschuldigen, es ist lange her das meine Astronomischen Datenbänke von Tiefraumaufklärern aktualisiert wurden. Der Farbige Bereich markiert die frühere Ausdehnung der Khaak Dynastie.“ Erklärte Trancenia dann. „Wow, die waren mächtig.“ Stellte Admiral Ishiyama daraufhin für sich selbst fest, immerhin hatte die Dynastie eine Ganze Galaxis im Griff gehabt, zugegebener maßen eine Galaxis die nicht mal halb so groß wie die Milchstraße gewesen war, aber immerhin. Zusätzlich hatte die Dynastie offenbar Brückenköpfe und Außenposten in einigen anderen Galaxien gehalten, darunter auch die Milchstraße. „Der zweite Farbige Bereich markiert die von den Khaak vermutete Ausdehnung des Territoriums einer uns nicht bekannten Spezies die sich offenbar in einem dauer Kriegszustand mit der Dynastie befand.“ Fuhr Trancenia fort während ein weiterer Teil der Karte eingefärbt wurde, auch das Territorium der zweiten Spezies war gewaltig, mindestens so groß wie das der Khaak.
„Der dritte Bereich markiert das von den Tauron okkupierte Territorium in einen Zeitlichen Ablauf.“ Meinte Trancenia dann ehe mehrere kleine Punkte im Khaak Territorium erschienen, der Beginn der Rebellion der Tauron gegen ihre Herren. Zunächst verschwanden einige der Punkte wieder, zu Beginn schienen die Khaak noch Herren der Lage gewesen zu sein. Doch dann begann sich einer der Punkte zu einem regelrechten Fleck aus zu dehnen und wuchs immer weiter. Je größer er dabei wurde, desto schneller wuchs er. „Dies war der Zeitpunkt an dem die Tauron das Kriegsglück dank Asnifg auf ihre Seite bringen konnten.“ Erklärte Tarncenia dann während der Fleck immer größer wurde. Zunächst schienen die Tauron die andere Spezies nicht angegriffen zu haben, doch dann begann der Fleck auch deren Territorium zu überwuchern ehe beide Territorien davon überlagert wurden. „Ab diesem Zeitpunkt basiert die Darstellung auf Hochrechnungen der Khaak zur weiteren Expansion der Tauron. Wie Sie alle sehen können schafften sie es innerhalb von nicht mal einhundert Jahren zwei der wohl mächtigsten Spezies ihrer Zeit zu vernichten und sich ihr ganzes Territorium anzueignen. Da davon auszugehen ist das die Tauron ihren Expansionskurs seitdem fortgesetzt haben, wird das von ihnen Kontrollierte Territorium mittlerweile wohl fast den ganzen Haufen umfassen.“ Erläuterte Trancenia dann zu der, mittlerweile komplett rot gefärbten, Darstellung. Umgehend ertönten leise Flüstergeräusche, es war jedem klar gewesen das die Tauron immens mächtig waren, aber es schockte dennoch es dermaßen Schonungslos serviert zu bekommen.
~~~fortsetzung im nächsten Post~~~