~~~fortsetzung des vorherigemn Post~~~
Siandra hielt den Atem an als die Goldenen Türflügel aufklappten und den Weg in die Halle der Flammen freigaben. Schließlich rasteten die Türflügel mit einem vernehmbaren Rumpeln ein und Siandra warf einen neugierigen Blick in den Raum dahinter, nur um gnadenlos enttäuscht zu werden. „Das ist die Halle der Flammen?“ fragte sie daher irritiert. Der Raum vor den beiden Frauen wirkte im Vergleich zu den Vorherigen wie ein Rohbau. Er war exakt Quaderförmig und wurde von Quadratischen Säulen gestützt. Weder die Wände noch die Säulen waren in irgendeiner Form verziert. Zusätzlich war der Raum mit nur ungefähr drei Metern Höhe für die Verhältnisse des Palaste geradezu winzig und vermittelte eher den Eindruck einer Abstellkammer als den eines Heiligtumes. „Ja, warum?“ antworte Arianna während sie zielstrebig auf ein kleines Podest in der Mitte des Raumes zu ging auf dem ein schlichtes Sitzkissen ruhte. „Ich weiß nicht, ich hab sie mir irgendwie anders vorgestellt.“ Erwiderte Siandra skeptische jeden Winkel musternd. „In wie fern Anders?“ fragte Arianna. „Naja, irgendwie eindrucksvoller, irgendwie mit mehr Feuer. Dieser Raum sieht eher aus als sei dem Architekten die Motivation nach den anderen Räumen ausgegangen.“ antwortete Siandra. Arianna grinste daraufhin wissend und meinte nur: „ Warte ab.“
Schließlich hatten sich die beiden auf dem Sitzkissen, welches groß genug war um fünf oder mehr Personen bequem Platz zu bieten, niedergelassen und Siandra schaute ein weiteres Mal in den Raum, allerdings ohne ein Veränderung feststellen zu können, wenn man von den nun geschlossenen Türen einmal absah. „Ich hoffe deine Kenntnisse in Präpyrianisch sind nicht komplett eingerostet.“ meinte Arianna dann ehe sie die leise begann einige uralte Verse zu rezitieren, die Sprache in der sie handelten wurden schon seit Jahrhunderten nichtmehr genutzt und nur eine Handvoll Personen konnte sie überhaupt noch verstehen. Schließlich hatte Arianna den letzten Verse rezitiert und atmete einige Male tief durch ehe sie ein einziges Wort aussprach, ein Wort dessen klang so machtvoll war das sich sogar die Flammen der Fackeln, welche den Raume erhellten, ehrfürchtig züngelten. Dann ging ein leichtes Beben durch den Raum und Siandra sah sich unruhig um während Arianna offenbar in eine Art Trance gefallen war und mit leeren Augen gerade aus starrte. Plötzlich ertönte dann ein durchdringendes Knacken, wie von berstendem Stein. Dann konnte Siandra hunderte Risse erkenne welche über den Boden der Halle wanderten. Noch ehe sie daraufhin jedoch irgendetwas unternehmen konnte, brach der ganze Boden mit einem lauten grollen nach unten weg und gab damit den Weg für ein regelrechtes Hölleninferno frei. Der ganze Raum war erfüllt von Lodernden Flammen die an den Wänden und Pfeilern entlang leckten. Sofort darauf begannen an den Wänden und Pfeilern abertausende Schriftzeichen aus Feuer zu erscheinen, die legendären Inschriften der Halle der Flammen, die Grundlage der Imperialen Gesetzgebung.
Noch während Siandra fassungslos auf das sich bietende Spektakel starrte erkannte sie wie sich mehrere Schriftzeichen an der Wand veränderten, doch noch ehe sie darüber nachdenken konnte, schnappte Arianna neben ihr hörbar nach Luft und legte die Stirn auf das Kissen ehe sie röchelte: „Sie kommen!“, „Wer kommt?“ fragte Siandra irritiert, diese ganze Erfahrung war zutiefst verwirrend. Plötzlich begannen sich dann Konturen aus dem formlosen Flammeninferno heraus zu bilden. Dann löste sich auf einmal eine Gestalt aus Feuer aus der gewaltigen Flamme und schwebte direkt auf das Podest zu welches inmitten des Infernos thronte. Erst jetzt realisierte Siandra was geschah und gab ein erschrockenes hohes quietschen von sich ehe sie dem Beispiel ihrer Tochter folgte und sich flach auf das Kissen warf ehe sie begann in schneller Folge heilige Verse auf zu sagen.
Unterdessen zeigte Nathan Viktoria seine neue Botschaft. So hatte Kaiserin Arianna veranlasst das einige bislang so gut wie unbenutzten Räume, welche zu einem Korridor nur wenige Abzweigungen von der Zentralen Halle des Plastes, von dem auch der Thronsaal zu erreichen war, gehörten zur Botschaft der Union umfunktioniert wurden. So verfügte Nathan mit seinen Untergebenen nun über eigene Schlafbereiche, einen Empfangssaal, mehrere Arbeitszimmer und sogar einen separaten Speisesaal. „Wow, nicht schlecht, du hast ganz schön Kariere gemacht.“ stellte Viktoria daher fest. „Oh ja, hätte man mir das früher gesagt, hätte ich ihn ausgelacht, ich und offizieller Botschafter der Union im Imperium? Lächerlich.“ erwiderte Nathan. „Tja es läuft eben nicht immer alles so wie man es denkt und erst recht nicht wie man will.“ Meinte Viktoria mit einem bedauernden Unterton. „Wohl war, ich lass dich dann mal alleine damit du dich einrichten kannst.“ Stimmte Nathan zu und wollte sich gerade umdrehen als Viktoria meinte: „Ach das kann ich auch noch später machen, auf dem Flug hierher war ich lange genug alleine.“, „Wie du meinst, wie wär es wenn ich dir stattdessen die Botschaftsgärten zeige?“ erwiderte Nathan. „Botschaftsgärten?“ fragte Viktoria überrascht. „In gewisse Hinsicht ein Geschenk der Kaiserin. Sie hat hier in der Nähe eine Grünfläche anlegen lassen.“ Antwortete Nathan. „Du Scheinst dich ja gut mit Kaisern Arianna zu verstehen.“ stellte Viktoria daher fest. Nathan zuckte darauf mit den Schultern und meinte: „Sie ist eigentlich recht umgänglich, es ist nicht schwer mit ihr klar zu kommen.“
Nur wenig später hatten die beiden dann die Botschaftsgärten erreicht, eine größere Grünfläche welche auf der Fläche eines ehemals gepflasterten Lichthofes angelegt worden war. „Dann erzähl mal was ich auf Mynius verpasst habe.“ Meinte Nathan dann während die beiden über einen der geschwungenen Wege schlenderten und sich von der Sonne den Rücken wärmen Liesen. „Es gab einige Proteste, sogar einige gewaltsame Krawalle, nicht jeder ist davon begeistert mit dem Imperium zu kooperieren.“ Antwortete Viktoria düster. „Besteht die Gefahr das diese Kräfte de Kontrolle übernehmen?“ fragte Nathan umgehend alarmiert, seine Vorgesetzten hatten ihn über derartige Vorkommnisse nicht informiert. „Nein, sie sind stark in der unterzahl.“ Antwortete Viktoria mit einen Gesichtsausruck wie wenn sie in eine Zitrone gebissen hätte. Nathan bemerkte dies natürlich und fragte: „Was ist denn los?“ Viktoria seufzte daraufhin und lies sich auf eine der Bänke fallen welche den Weg säumten. Nathan setzte sich neben sie und wartete geduldig bis Viktoria zu erzählen begann: „Andreas steht auf der Seite der Gegner, er hat mit mir schlussgemacht weil ich seine Einstellung nicht geteilt habe. Dabei hatten wir doch sogar schon unsere Verlobungsfeier geplant.“ Nathan schluckte daraufhin kurz, er wusste um ehrlich zu sein nicht was er darauf antworten sollte und blieb daher lieber still. „Das schlimme ist dabei das es Nicht mal seine Überzeugung ist, Andreas war noch nie besonders Politisch interessiert, es ist alles die Schuld dieser verdammten doppelzüngigen Schlampe!“
Nathan zog daraufhin eine Augenbraue hoch und fragte Vorsichtig: „Ich nehme an du meinst ein Weibliches Mitglied der Gegner?“, „Oh ja. Ihr Name ist Sabine Müller sie hat sich an Andreas ran gemacht während ich weg war!“ Bestätigte Viktoria aufgebracht. „Verstehe, das ist in der Tat ärgerlich.“ meinte Nathan. „Ärgerlich?! Du hast ja keine Ahnung, das ist einfach nur kränkend!“ erwiderte Viktoria bebend während die Tränen begannen ihre Wangen herunter zu laufen. „Das muss hart für dich sein.“ Meinte Nathan dann beruhigend und reichte Viktoria ein Tuch. „Du hast ja keine Vorstellung, ich wollte einfach nur noch weg, weit weg. Deshalb habe ich Lorence auf Knien angebettelt mich hier her zu schicken.“ Antwortete Viktoria während sie sich die Wangen abtupfte. Nathan schwieg daraufhin, er wusste im Moment nicht was er fühlen sollte, auf der einen Seite tat ihm Viktoria leid, doch auf der anderen Seite freute er sich auf eine egoistische weise über das was ihr widerfahren war.
Arkov begutachtete unterdessen die neuen Geschütze, es handelte sich um, bei den Republikanischen Streitkräften als „Hydra“ bekannten Waffen, um Zentralkontrollierte Hochkadenzgeschütze die in der Lage waren jedes Flugobjekt in einem Umkreis von drei bis vier Kilometern mit erstaunlicher Effizienz abzuschießen. „Hätte nie gedacht so was mal aus der Nähe zu sehen.“ Stellte dann Herlan fest und musterte einen der Waffenarme gründlich. „Ich auch nicht.“ Stimmte Arkov zu. Zwar war das Hydra System nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Technik, hatte gegenüber den aktuell Imperialen Laserwaffen jedoch einige Vorteile. So war der Energiebedarf bedeutend geringer was insbesondere für eine kleine Kolonie ein riesiger Vorteil war, zudem waren die einfachen Geschütze bei weitem nicht so verschmutzungsanfällig wie die Hochleistungslinsen von Lasersystemen, was in einer Stürmischen Atmosphäre ebenfalls nicht zu unterschätzen war. Dann trat plötzlich jemand hinter Herlan und stupste ihn an. Herlan wusste ohne sich um zu drehen um weh es sich handelte und meinte daher: „Alina, du sollst doch nicht herkommen.“, „Tut mir leid, aber wir waren heute früher fertig und mir war langweilig.“ Erwiderte Alina und schaute die Geschütze fragend an, es war offensichtlich das sie keinen blassen Schimmer davon hatte um was es sich dabei handelte. Herlan verdrehte daraufhin die Augen, es ging ihm schon eine geraume Zeit auf die Nerven das sich Alina an ihn heftete wie eine Klette, nicht das er etwas gegen sie gehabt hätte, aber durch ihre dauernde Anwesenheit und Naivität verhinderte sie zuverlässig das Herlan großartig Bekanntschaften machen konnte.
„Was ist das?“ fragte Alina dann und legte die Hand auf den Lauf eines Geschützes. „Nicht anfassen!“ riefen Herlan und Arkov daraufhin gelichzeitig, weshalb Alina die Hand erschrocken zurück zog. „Das ist eine Waffe um Schiffe zu zerstören.“ Antwortete Herlan dann. „Man kann Schiffe auch zerstören? Aber sie sind so groß...“ meinte Alina überrumpelt, sie hätte nie gedacht das es möglich wäre diese so massiv anmutenden Künstlichen Riesen zu vernichten. „Oh ja.“ Antwortete Arkov. „Ihr kennt euch mit Tod und Zerstörung offenbar wirklich gut aus.“ meinte Alina dann. „Da hast du leider recht, aber darüber solltest du dir nicht den Kopf zerbrechen.“ stimmte Herlan zu ehe er Arkov fragte: „Du kommst hier auch ohne mich klar, oder?“, „Geh schon.“ antwortete Arkov grinsend, es war ziemlich offensichtlich das sich zwischen Herlan und Alina langsam aber sicher mehr als nur eine Freundschaft entwickelte und dem wollte er nicht im Weg stehen.
Tief unter dem Kaiser Palast hatten die Flammenden Wesen unterdessen das Podest erreicht auf dem Arianna und Siandra beteten. „Fürchtet euch nicht.“ Ertönte dann eine Stimme in bröckligem Neo Pyrianisch. Überrascht hob Arianna den Blick um fetz zu stellen wer gesprochen hatte und schaute direkt in die Glühenden Augen eines der Wesen. Erschrocken schnappte sie daraufhin nach Luft und warf sich wieder flach auf den Boden. Nahezu umgehend ertönte die Stimme wieder: „Fürchtet euch nicht.“ Obwohl dieser Satz definitiv keine Drohung war, zitterte Arianna am ganzen Leib, während Siandra offenbar in eine art Schreckstarre gefallen war. Schließlich nahm Arianna ihre ganze Courage zusammen und fragte mit zittriger Stimme: „Was ist Euer begehr?“, „Wir begehren nichts außer dem Leben. Aber wir müssen euch warnen, warnen vor einer Gefahr die größer ist als alles andere.“ Antwortete die Stimme. Vorsichtig hob Arianna daraufhin den Kopf und schaute die Flammenden Geschöpfe an, sicher sie wirkten eindrucksvoll, doch auf eine Art und weiße irgendwie überhaupt nicht göttlich. „Vor was wollt Ihr uns warnen?“ fragte Arianna dann. „Es ist schwer es in Wort zu fassen.“ Antwortete die Stimme dann ehe ein regelrechter Film vor Ariannas Augen ab zu laufen begann.
Es handelte sich um kurze Szenen an verschiedenen Orten, aber eines war immer gleich: Es herrschte das absolute Chaos und totale Zerstörung. Da begriff Arianna das es sich um Erinnerungen handelte, Erinnerungen an einen furchtbaren Krieg lange vor ihrer Zeit. Dann erschienen Bilder, Bilder von Objekten die dem Kristallschiff verdächtig ähnlich sahen und Arianna begriff das ihre Theorie von einem Krieg der Götter gar nicht so abwegig gewesen war. Plötzlich endete die Abfolge von Bildern dann plötzlich und Arianna schlug die Augen auf, im selben Moment bemerkte sie das sie die ganze Zeit den Atem angehalten hatte und atmetet tief durch, während sie bemerkte das der Tosende Feuersturm verschwunden war. Die Halle lag wieder ruhig, friedlich und unscheinbar da. „Das glaubt mir niemand.“ Stellte dann Siandra neben Arianna fest und klang dabei etwas dumpf. „Vermutlich, willkommen in meiner Welt.“ antwortete Arianna. „Was machen wir jetzt?“ fragte Siandra dann. „Uns vorbereiten.“ Antwortete Arianna. „Also wird es wieder Krieg geben:“ meinte Siandra umgehend. „Ja.“ Stimmte Arianna düster zu.
~~~Ende~~~
mfg.: Tg