@Todesgleiter: Geht's jetzt wieder? bei mir klappt's jedenfalls (aber auch nur, seit ich nen Collector Account habe, dämlicher Proxyserver, deswegen kann ich auch Selmaks Dark Jump leider nicht lesen...).
Kapitel 9 – Zwei Brüder
„Ich habe keinen Schimmer, wo er sein könnte, ihr seid meine letzte Hoffnung!“
„Danke, aber berichtet erst mal von Anfang an, was euer Problem ist.“
„Mein Gemahl, Osiris, auch ein Sohn von Nut, kam letztens nicht von einem seiner Treffen nicht zurück. Er ist nicht die Art Goa’uld, die er sein sollte: Er ist rebellisch, leidenschaftlich und lässt sich schnell auf derbe Späße ein. Ich weiß schon seit langem, dass seine „Treffen“ nichts anderes sind als Sauftouren mit seinen Freunden. Doch bislang kam er jedes Mal pünktlich zurück. Ich weiß nur, dass er sich vor drei Tagen auf den Weg in Richtung Osten gemacht und sich wahrscheinlich als Ta’uri ausgegeben hat.“
„Merkwürdiges Verhalten, da habt ihr Recht… also, ich meine das mit den Sauftouren… wo waren wir? Oh… Wesir, hol mir einen Stadtplan!“
Ich und Isis suchten so nach der nächsten Taverne in der Nähe ihrer Villa. Es war schon seltsam, dass Osiris in Richtung der bürgerlichen Viertel von Memphis sein Haus verließ, trotzdem einigten wir uns darauf, der größten Taverne, wo man als verkleideter Goa’uld am ehesten untertauchen kann, einen Besuch abzustatten. Ich wollte zwar so wenig wie möglich auffallen, doch Isis bestand darauf, zumindest zwei Jaffa mitzunehmen.
Zum Glück war die Taverne nicht allzu weit entfernt und wir traten ohne die Jaffa ein. Die Kneipe war sehr geräumig und es saßen sehr viele Jaffa darin, die offenbar gerade Feierabend hatten. Wir traten an den Barkeeper hinter der Theke heran.
„Seid gegrüßt, wir hätten ein paar Fragen an euch.“, fragte ich ihn.
„Was wollt ihr denn wissen?“
„Ist euch vor drei Tagen etwas besonderes passiert, irgendeine Merkwürdigkeit? Ist einer eurer Kunden verschwunden?“
„Wieso wollt ihr das wissen?“
Er reagierte ziemlich erschrocken und trat einige Schritte zurück.
„Erzählt, mir könnt ihr nichts vormachen!“, ich unterstrich diese Aussage noch mit einem besonders dramatischen Augenleuchten und schaltete meine tiefe Stimme ein.
Er verstand sofort und begann zu stottern.
„Oh, Herr, nun ja, da war so ein Zwischenfall. Ein paar offensichtlich stark angetrunkene Leute haben doch tatsächlich einen Sarkophag in meine Schenke geschleppt. Also nicht diese zum beerdigen, sondern die, die des Öfteren in der Nähe von Göttern wie euch gesehen werden. Tja, sie haben einen von ihnen, der sich schon halb bewusstlos gesoffen hatte in den Sarkophag hineingesteckt und diesen dann wieder hinaus geschleift. Also, das war schon wirklich äußerst merkwürdig.“
„Oh ja, wisst ihr, wo sie diesen Sarkophag gebracht haben.“
„Ich habe ihnen nachgeschaut, sie sind in Richtung der Lagerhäuser verschwunden, genauer kann ich‘s nicht sagen.“
„Gut, ich danke euch.“
Isis und ich verließen zufrieden die Taverne, da sprach sie mich seitlich an:
„Wieso eigentlich diese ganze Geheimnistuerei, ich bin es leid.“
„Irgendjemand hat hier ganz offensichtlich einen Goa’uld entführt und mit jemandem, der frech genug für so etwas war, ist nicht zu spaßen! Wer weiß, wie viele Augenpaare vorhin auf uns gerichtet waren…“
Diese Detektivarbeit war nun wirklich mal was anderes. Ein entführter Goa’uld und mysteriöse Kidnapper brauchte ich gerade, um aus diesem Trott der letzten Jahre herauszukommen. Außerdem bin ich ein unverbesserlicher Goa’uldfreund… Doch wo sollten wir weitersuchen? Das Lagerviertel war riesig, wie sollten wir das Richtige finden? Doch schon gleich deutete Isis auf einige Jaffa, die ein Lagerhaus bewachten.
„Ich weiß nicht, aber ich glaube, deren Mal kommt mir seltsam vertraut vor. Schauen wir uns das genauer an!“
Gesagt, getan, wir näherten uns den beiden Gestalten.
„Hey, Jaffa, wem dient ihr und was wird da drin gelagert?“, rief ich ihnen zu.
„Wer will das wissen?“
„Ich, reicht das nicht?“, antwortete ich ihm augenleuchtend.
„Oh, ähem, unser Herr hat uns befohlen, nichts zu sagen.“
Sie wurden sehr nervös und hielten immer verkrampfter ihre Stabwaffen in den Händen. Ungeduldig guckten sie in der Gegend rum, während sie weiterhin schwiegen. Da stimmte was nicht… Plötzlich richteten sie ihre Waffen in unsere Richtung. Ich riss reflexartig die Hand hoch und schleuderte die beiden mit dem Handgerät gegen die Wand, sodass sie bewusstlos zusammenkrachten.
„Du hättest sie wenigstens ansprechbar lassen können…“, kommentierte Isis lapidar.
„Ist doch egal, der Weg ist frei und wenn diese beiden Holzköpfe nicht verdächtig genug waren, weiß ich auch nicht mehr.“
Unsere zwei Jaffa hatten in der Zwischenzeit ihre Waffen entsichert und blickten aufmerksam in der Gegend herum. Ich griff ebenfalls etwas nervös nach meiner am Gürtel hängenden Zat’nik’i’tel, die ich geistesgegenwärtig vor diesem kleinen Abenteuer mitgenommen hatte. Mit einem Poltern flogen die großen Lagertüren auf und wir traten ein. Vor uns standen ein Dutzend Jaffa-Wachen. Aber was waren das nur für welche?
Die beiden Jaffa brachen bei ihrem Anblick sofort in Gelächter aus und auch ich konnte mir ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen: Deren Helme wurden ganz offensichtlich von einem Dreijährigen entworfen! Sie sahen aus, wie irgendwelche arg verunstaltete Hundeköpfe! Einzig Isis nahm von uns keine Notiz und starrte sie ernst an, wie sie etwas frustriert im Angesicht ihrer belustigten Feinde die Arme hingen ließen. Dann trat einer vor und sein Helm stülpte sich zusammen:
„Ah, wir haben euch schon erwartet, Isis! Stellt doch bitte eure Anhängsel vor.“, sagte der Jaffa mit einem goldenen Mal zu Isis.
„Meket-re, du elender Speichellecker von Seth wagst es, deiner Göttin aufzulauern?“
„Unser Herr hat uns gesegnet und die Kraft gegeben, es mit euch aufzunehmen. Jaffa! Kree!“
Die Soldaten entsicherten ihre Waffen und machten sich zum feuern bereit.
„In Deckung, ich halte sie auf!“, rief ich unseren Jaffa zu und aktivierte meinen persönlichen Schild mit maximalem Durchmesser, sodass die Schüsse der potthässlichen Diener Seths an ihm scheiterten.
„Tja, offensichtlich hat euer Herr Mist gebaut, oder nennt ihr das etwa Kraft?“, rief ich ihnen grinsend zu.
„Hör auf zu spielen und schalte sie aus!“, beschwerte sich Isis.
„Jaja, ich mach ja schon…“, ich deaktivierte den Schild wieder und schmetterte ihnen ein paar Schockwellen entgegen.
Unsere zwei Jaffa begannen nun auch das Feuer zu eröffnen. Als Meket-re bemerkte, dass seine Leute wie die Fliegen fielen, ergriff er die Flucht und verschwand hinter einigen Regalen. Ich rannte hinterher und verpasste ihm einen Treffer mit der Zat’nik’i’tel, sodass er mit einem Ächzen auf den Boden krachte. Als dann auch die letzte Sethwache gefallen war, sahen wir uns in der Lagerhalle um, denn mit dem Verhören von Seths Primus konnten wir erst anfangen, wenn seine Zunge nicht mehr paralysiert war. Im hintersten Bereich fanden wir tatsächlich den gesuchten Sarkophag.
„Endlich, Osiris!“, rief Isis, rannte hin und öffnete ihn, um dann entsetzt den Atem anzuhalten.
„Was ist denn?“, fragte ich, als ich mich ihr näherte.
Sie antwortete nicht. Ich blickte in den Kasten und sah ihren grausigen Fund: Nur ein abgerissener Arm lag darin.
„Osiris?“
„Ja… er trägt seine Ringe…“
Verdammt, was hat Seth nur getan… ich blickte weiter hinein und entdeckte einen blutverschmierten Zettel, den ich mir sofort näher ansah.
„Für den Fall, dass meine geliebte Schwester dieses Versteck findet, so sollt ihr euch auf den Weg zum Ursprung des Lebens, um das nächste Puzzle-Teil zu finden. Ich wünsche viel Spaß beim Suchen, Seth.“
„Elender Mistkerl, mein Bruder hat ihm nichts getan…“
„Seth, Seth, ist das nicht auch euer Bruder?“
„Ja, nur er war schon immer das schwarze Schaf und ist so von Hass und Neid erfüllt. Nun ist er wohl völlig durchgedreht!“
„Ursprung des Lebens, wo könnte das sein?“
„Ich glaube, so nennen die Einheimischen den Fluss Hapi (Für alle, die nicht altägyptisch sprechen, das ist er Nil!), der vor Memphis fließt.“
„Also ist der Pier unser nächstes Ziel?“
„Ja, ich danke euch, Toth, ohne euch hätte ich das nicht geschafft, doch ab jetzt ist das ausschließlich mein Problem. Ihr könnt nun wieder eurer eigenen Wege ziehen.“
„Das ist jetzt nicht euer ernst? Wir sind zusammen so weit gekommen, jetzt stehen wir das gemeinsam durch! Hier ist ein wahnsinniger Goa’uld in meiner Stadt und ich will ihn genauso sehr stoppen, wie ihr! Trotzdem würde ich euch vorschlagen, mehr Jaffa zu holen, ab jetzt wird es immer gefährlicher.“
„Wie ihr wünscht, so lasst ihn uns gemeinsam jagen!“
to be continued...